Prüfung von Koranschulen überfällig

OÖVP-Integrationssprecher Hattmannsdorfer fordert Aufklärung

OÖVP-Integrationssprecher Wolfgang Hattmannsdorfer
OÖVP-Integrationssprecher Wolfgang Hattmannsdorfer © OÖVP

Im Jahr 2017 hat der damalige Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) angekündigt, eine Transparenzprüfung zu den oö. Koranschulen durchführen zu lassen.

2019 wurde dasselbe Projekt dann noch einmal angekündigt: „In den nächsten Monaten“ würde sich eine Arbeitsgruppe damit beschäftigen, erinnert sich OÖVP-Integrationssprecher Wolfgang Hattmannsdorfer.

„Über Ergebnisse wurde seither nichts bekannt“, kündigt Hattmannsdorfer jetzt eine schriftliche Anfrage an den zuständigen Grünen Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) an. „Wir wollen wissen, warum die Prüfung so lange dauert. Wir dürfen nicht wie andere Länder den Fehler machen und Koranschulen nur von außen anschauen. Wir müssen auch wissen, was drinnen vor sich geht.“

Gerade die Eskalationen islamischer Gruppierungen Ende Juni in Wien sind für Hattmannsdorfer ein warnendes Beispiel. Diese Ereignisse hätten aufgezeigt, dass Parallelgesellschaften existieren und kulturelle Konflikte schnell eskalieren können.

Auch in OÖ werde Koranunterricht von Gruppierungen abgehalten, die immer wieder mit extremistischen und religiös-fundamentalistischen Inhalten auffallen. So lud etwa der Islamverein und Moscheebetreiber ALIF 2020 zur Gedenkfeier für den Antisemiten und Milli-Görus-Gründer Necmetin Erbakan nach Traun.

„Fakt ist, dass sich diese Gruppierungen immer noch weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit entwickeln können, weil es kaum Transparenz über ihre Strukturen gibt“, so Hattmannsdorfer.

„Jeder darf und soll seinen Glauben leben. Aber wir müssen ganz genau hinschauen, was gepredigt wird. Nicht umsonst gibt es in Österreich den Grundsatz, dass Religionsunterricht in Schulen immer in Zusammenarbeit mit anerkannten Religionsgemeinschaften stattfindet. Predigten im Hinterzimmer lehnen wir ab.“

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