Putin dreht Gas „unpolitisch“ ab

Russland stoppt erneut Lieferung über Jamal-Europa-Pipeline

Nord Stream 2 ist fertig, aber noch ohne Betriebsgenehmigung.
Nord Stream 2 ist fertig, aber noch ohne Betriebsgenehmigung. © AFP/Andersen

Ein Schelm, wer da an die ausstehende Betriebsbewilligung für die Nord-Stream-2-Pipeline denkt: Russland hat am Dienstag erneut die Erdgas-Lieferung über die Pipeline Jamal-Europa gestoppt. Wie bereits an neun Tagen Anfang November wurde gestern an der Verdichterstation Mallnow in Brandenburg Gas in die entgegengesetzte Richtung nach Polen gepumpt. Die Liefermenge war bereits in den drei Tagen zuvor deutlich gesunken.

Mutmaßungen, der russische Präsident Wladimir Putin könnte so Druck auf die EU, insbesondere Deutschland zur Freigabe der fertiggestellten Nord-Stream-2-Pipeline ausüben, wies Moskau zurück. Der Kreml bezeichnete den Lieferstopp als wirtschaftliche Entscheidung und nicht als eine politische.

Die deutsche Bundesnetzagentur hatte im November sehr zum Ärger Putins das Freigabeverfahren für die Doppelröhre zwischen Russland und Deutschland ausgesetzt. Nach der Entscheidung Deutschlands steht noch eine Überprüfung durch die EU-Kommission an. Die USA und mehrere EU-Staaten — in Deutschland die mitregierenden Grünen — lehnen die neue Pipeline ab, weil sie Europa noch abhängiger von Russland mache.

Auch der Ukraine-Konflikt verschärft sich immer mehr. Putin warf den USA „aggressives“ Vorgehen vor und drohte mit Konsequenzen. Die Ukraine drängt angesichts des russischen Truppenaufmarsches an seiner Grenze auf einen baldigen Nato-Beitritt.

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