Meinung

von Manfred Maurer

Putinodomor

Kommentar zur drohenden Hungerkrise.

Hunger als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln — nicht zum ersten Mal setzt Moskau auf diese Grausamkeit.

Anfang der 1930er Jahre führte Stalin in der Ukraine eine systematische Hungerkrise herbei, um bäuerlichen Widerstand gegen die Zwangskollektivierung zu brechen. Die vier Millionen Toten des „Holodomor“ sind ein Teil der Erklärung für das schwierige ukrainisch-russische Verhältnis, zumal es nicht einmal im Ansatz ein Schuldeingeständnis gab.

Der Mangel an jeglicher selbstkritischer Reflexion ermöglicht eine Wiederholung der Geschichte. Diese droht in Afrika wegen der russischen Blockade der ukrainischen Häfen. Wieder wird Hunger zur perfiden Waffe. Von Putin ausgelöste Hungersnöte bringen auch Europa in die Bredouille.

Ungeachtet der Tatsache, dass die Seeblockade gegen die Ukraine wie der ganze Krieg ein völkerrechtswidriger Akt ist, erklärt Putin die Afrikaner zu Opfern der westlichen Sanktionen gegen Russland.

Das verschärft ein Problem, auf das Kanzler Nehammer gerade hingewiesen hat: Viele Afrikaner teilen nicht die europäische Sicht des Ukraine-Krieges, sind also empfänglich für das vom Kreml verbreitete Narrativ.

Vor dem Hunger fliehen werden sie aber nicht nach Russland, sondern nach Europa, wo eine neue Migrationswelle jenen Kräften Auftrieb verliehe, die im Sinne Putins an der Destabilisierung der Demokratie arbeiten.

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