Qashqais Quantensprung

Der beliebteste Nissan hat einen quasi unaussprechbaren Namen: Qashqai. Der Bestseller der japanischen Marke spielt in seinem Namen auf das im Iran ansässige Volk der Kaschgai an und begründete bei seinem Erstauftritt anno 2006 das Segment der kompakten Crossover. Jetzt gibt es den höhergelegten Fünfsitzer in dritter Generation, bei der sich vor allem der Innenraum und dessen Infotainmentsystem von ihrer besten Seite zeigen.

Nissans Modellpalette ist zwar klein, aber fein – und höchst erfolgreich. Bestes Beispiel ist der Qashqai, der sich seit seiner Premiere im Jahr 2006 zum weltweiten Bestseller entwickelt hat. Anfangs allein auf weiter Flur, setzten ihm nach und nach immer mehr Mitbewerber zu und so geriet der Qashqai ein wenig ins Hintertreffen – um nun in dritter Generation mit geballter Power, aufgeräumter Optik, milder Elektrounterstützung für den Benziner und einem Technologieschub zurückzuschlagen.

Der nun knapp 4,43 Meter lange Qashqai – das sind um 35 Millimeter mehr im Vergleich zum Vorgänger – wirkt dabei optisch deutlich schärfer, moderner und durchtrainierter. Während ein vergrößerter Nissan V-Motion Kühlergrill mit Chromfinish und flankierenden Voll-LED-Matrix-Scheinwerfern das Gesicht prägt, fallen in der Seitenansicht unter anderem die markante Schulterlinie sowie der um 19 Millimeter verlängerte Radstand auf, was übrigens vor allem den Passagieren im Fond zugutekommt.

Typenschein

Nissan Qashqai Tekna+

Preis: ab € 41.411,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 42.539,- inklusive Zweifarb-Lackierung Fuji sunset/black € 1128,-; einen Nissan Qashqai (Visia) gibt es ab € 26.589,-
NoVA/Steuer: 7 %/ € 743,04 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 20.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1332 cm³, 116 kW/158 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 260 Nm bei 1800-4000 U/min
Getriebe: Sechsgangschaltung
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 206 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,5 s
Leistungsgewicht: 9,02 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 6,5 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 6,7 Liter
CO2-Ausstoß: 146 g/km
Euro 6d

Eckdaten:
L/B/H: 4425/1835/1625 mm
Radstand: 2665 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1424/1935 kg
Kofferraum: 436-1447 Liter
Tank: 55 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 235/50 R19 86H auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 7

Der Innenraum wiederum setzt in seiner Fahrzeugklasse neue Standards in puncto Anmutung, Design und Nutzbarkeit. Die weiße Ambientebeleuchtung und die nochmals verbesserten Platzverhältnisse schaffen eine angenehme, wohnliche Atmosphäre – auf der Kurzstrecke genauso wie auf der längeren Urlaubsfahrt. Darüber hinaus ist das Infotainmentsystem endlich auf der Höhe der Zeit und auch die Bedienbarkeit ist vorbildlich und rasch. Dazu kommen im nach wie vor kleinteilig gehaltenen Cockpit eine passgenaue Verarbeitung, hochwertige Materialien und wunderbare Ergonomie. Die Massagefunktion für Fahrer und Beifahrer, das solide Lederlenkrad und die großzügigen Ablagen runden die Wohlfühl-Atmosphäre im Japaner – der im britischen Sunderland vom Band läuft – ab.
Nissan bietet den Qashqai nur noch als Benziner an, den jedoch auch mit milder elektrischer Unterstützung. Dabei schiebt der 1,3-Liter-Vierzylinder die Vorderräder an.

Im niedrigen Drehzahlbereich wirkt der Fünfsitzer etwas träge, ab gut 2000 Touren werkt der dezente, gut gedämmte und kultivierte Benziner mit seinen 158 Pferdchen deutlich quirliger. Den Sprint von null auf hundert bewältigt er binnen 9,2 Sekunden. Die exakte Sechsgangschaltung will dabei lang geführt werden. Der straffe, aber komfortable Japaner gibt sich in raschen Kurvenfahrten souverän, aber allzu sportliche Fahrten quittiert er mit spürbarer Seitenneigung. Die Lenkung ist leider erstaunlich indifferent und träge, das ist jedoch fahrtechnisch das einzige grobe Manko des neuen Qashqai. Die serienmäßigen Assistenzsysteme fasst der Qashqai im sogenannten Safety Shield zusammen, die allerding recht nervös ihre Dienste versehen. Dafür verdienen die gut dosierbaren Bremsen ein Extralob.

Extralob verdient auch die umfangreiche Serienmitgift in der höchsten Ausstattungslinie Tekna+. Sitz- und Lenkradheizung sind im 42.539 Euro teuren Qashqai ebenso serienmäßig wie LED-Scheinwerfer vorne und hinten, Head-up-Display, elektrisch einstellbare Vordersitze, Panorama-Glasdach, neun Zoll großer Touchscreen, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, USB-Ports und induktive Ladeschale fürs Smartphone, das sich natürlich auch via Apple CarPlay oder Android Auto spiegeln lässt.

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Fazit: Mit dem neuen Qashqai ist den Nissan-Entwicklern in fast jeder Hinsicht ein Quantensprung gelungen. Dazu kommt noch ein kompetitives Preis-Leistungs-Verhältnis. Keine Frage, der Qashqai hat auch in dritter Generation das Zeug zum weltweiten Bestseller.

Fotos & Text: Oliver Koch

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