Rad-WM in der Schweiz auf der Kippe

Der Rad-WM vom 20. bis 27. September in der Schweiz droht das Aus. Werde das Veranstaltungsverbot vom Bundesrat nicht deutlich gelockert, könnten die Titelkämpfe in Aigle und Martigny nicht durchgeführt werden, teilte das Organisationskomitee am Freitag mit. Das OK fordert von den nationalen Behörden die Aufhebung des Veranstaltungsverbots mit mehr als 1.000 Personen.

Im Zusammenhang mit der besonderen Lage zur Bekämpfung des Coronavirus habe das OK zusammen mit dem internationalen Radsport-Verband UCI verschiedene Szenarien für die Sicherheitskonzepte untersucht. “Unter den aktuellen Bedingungen und abhängig von der epidemiologischen Lage” könne ein mögliches Verbot des Anlasses “nicht ausgeschlossen” werden, hieß es.

Beschließe der Bundesrat keine “wesentlichen Lockerungen”, seien die Voraussetzungen für die Durchführung der WM nicht gegeben. Das OK fürchtet zudem die “immer länger werdende Liste” mit Ländern, für die bei einer Einreise in die Schweiz eine Quarantänepflicht gilt.

Das nationale Verbot für Großveranstaltungen in der Schweiz gilt vorerst bis Ende August. Der Bundesrat dürfte am Mittwoch in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause darüber beraten, ob die Maßnahmen diesbezüglich verlängert, gelockert oder gar aufgehoben werden.

Nicht nur die Radprofis und Verantwortlichen der WM hoffen auf einen positiven Entscheid der Bundesbehörden. Denn gilt das Veranstaltungsverbot für sämtliche Events mit mehr als 1.000 Personen über den August hinaus, stehen auch die kommenden Saisonen in den höchsten Eishockey- und Fußball-Ligen sowie weitere sportliche Großereignisse auf der Kippe.

Im Raum steht eine Verlängerung der Maßnahmen bis Ende März 2021. Das würde wohl auch die Durchführung des Spengler Cups im Eishockey und der alpinen Weltcuprennen in Adelboden und Wengen gefährden.

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