Radwege: Gesetz als Hemmnis

Inkoba Region Freistadt: Obmann Stockinger wünscht sich Veränderungen in der StVO

Radwege müssen breit sein.
Radwege müssen breit sein. © stockphoto-graf - stock.adobe.com

Auch wenn sich in Österreich alle Parteien zum Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr bekennen und die finanziellen Mittel aufgestockt wurden, scheitert die Errichtung neuer Wege oftmals an den strengen gesetzlichen Vorgaben.

Friedrich Stockinger, Obmann der Inkoba Region Freistadt, in der 27 Gemeinden des Bezirks erfolgreiche gemeinsame Betriebsbau- gebiete definiert haben, kann ein Lied davon singen.

„Zum einen ist der Grundbedarf enorm, weil etwa neben einer Bundesstraße der Rad- und Gehweg drei Meter breit und zwei Meter von der Fahrbahn entfernt sein muss“, schildert Stockinger im VOLKSBLATT-Gespräch. Viele Grundeigentümer seien über diesen enormen Flächenverbrauch verärgert. Zum anderen würden diese gesetzlichen Vorgaben auch die Kosten in die Höhe treiben.

Hohe Kosten, enormer Flächenverbrauch

Der Inkoba-Obmann verweist in diesem Zusammenhang auf ein Beispiel aus seiner Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Rainbach. „Der knapp 600 Meter lange Rad- und Gehweg entlang der Mühlviertler Straße zwischen den Ortschaften Abfoltern (Inkoba Freistadt Nord) und Vierzehn kostete rund 300.000 Euro, was ohne Förderung unfinanzierbar gewesen wäre.“

Auch im Inkoba-Gebiet Freistadt Süd ist die Realisierung eines Radweges keine einfache Angelegenheit. Weil dort eine Fahrbahnquerung erfolgt, ist laut Stockinger ein eigenes Projekt unter Hinzuziehung eines Verkehrssachverständigen notwendig.

„Ziel muss es sein, dass die Menschen nicht nur in der Freizeit mit dem Drahtesel unterwegs sind, sondern auch die Schüler in die Schule und die Arbeitnehmer sicher zum Arbeitsplatz radeln.“

Dazu müsste aber der Stellenwert der Radler in der Straßenverkehrsordnung erhöht und für die Autofahrer einfacher Tempo-30-Limits eingeführt werden können.

Auch die Eigenverantwortung sollte eine Stärkung erfahren, meint der Inkoba-Obmann. So müsse bei jeder Unterbrechung des Radweges eine Hinweistafel installiert werden, was einen enormen Aufwand bedeute.

Von Heinz Wernitznig

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