Rainer Metzger: Willkommen in Wien.

Was haben Marc Aurel und John Lennon gemeinsam? Sie waren irgendwann einmal an jenem Ort, der einst ein Römerlager (Vindobona) war und heute Österreichs Bundeshauptstadt ist.

Sie wurden dadurch in Rainer Metzgers lesenswertes neues Buch „Willkommen in Wien“ aufgenommen, das in 25 Episoden oder Porträts zu historischen Streifzügen durch die Donau-Metropole einlädt und damit auch „der Einzigartigkeit der Wiener Seele nachspürt“.

Diese Wiener Seele ist freilich von einer gewissen Ambivalenz gezeichnet, wie der Autor in einem APA-Gespräch durchblicken ließ, in dem er einräumte, dass in Wien auch eine gewisse „charmante Hinterfotzigkeit“ zuhause ist.

Alle Porträtierten weilten in Wien, prägten diese Stadt, wurden aber auch von ihr gezeichnet. Mal positiv, mal negativ. Ihre individuellen Geschichten, dargestellt in einem makrosozialen und -historischen Rahmen machen das nicht ganz 200 Seiten dicke Werk zu einer blättrigen Wühlkiste, aus der man sich Neues, Wissenswertes, Ergreifendes, nachdenklich Stimmendes, Empörendes und Heiteres sowie Anekdotisches aus fast zwei Jahrtausenden hervorkramen kann.

Rainer Metzger: Willkommen in Wien. So haben Marc Aurel und Maria Theresia Paradis, Yoko Ono, Thomas Bernhard und viele weitere die Stadt erlebt. Molden Verlag, 192 Seiten, 28 Euro.

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