Rainhard Fendrich: „Starkregen“

Jeder, der im Internet Übersetzungsdienste nutzt, musste schon schmunzeln, staunen oder verstand einfach nur Bahnhof. Nun hat genau so ein Dienst sogar für einen Albumtitel gesorgt.

Weil sich Rainhard Fendrich mit „AI“ schreibt und das wörtlich übersetzt harter Regen bedeutet, hat Fendrich diese Vorlage aufgenommen und sein mittlerweile 18. Studiowerk kurzerhand „Starkregen“ betitelt. Darauf geht der Wiener in gewohnter Manier den Phänomenen und Modeerscheinungen unserer Zeit auf die Spur und legt den Finger in so manche offene Wunde.

Dementsprechend legt Fendrich gleich mit „Burn out“, auch die erste Single, schwungvoll los. Da heißt es unter anderem „Es braucht oft lang bis man begreift und in an‘ die Erkenntnis reift: Es gibt ein Leben vor dem Tod“. Wie wahr. Am allerbesten ist das neue Werk des 64-Jährigen, wenn er mit feiner Selbstironie sich selbst (und viele andere) auf die Schaufel nimmt: „… dann schau i nach was es so Neues gibt in meinem Freundeskreis. Wir teiln so viele schöne Dinge und auch nebenbei an jeden Scheiß“ heißt es bei „Social Media Zombie“.

Einfach köstlich. Oder bei „I steh gern im Stau“, wo er seine Mitmenschen bei Verkehrsstillstand genüsslich beobachtet. Auch zwei herrliche Liebeserklärungen („Mein Leben“ und „Nur die Liebe“) hat Fendrich parat. Für Fans und solche, die es noch werden wollen, ein Muss.

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