Range Rover Evoque: Gemacht für Stadt und Land

Vorhang auf für die zweite Generation des Range Rover Evoque. Das bullige, kompakte SUV wurde dabei vor allem innen mächtig überarbeitet und bietet nun laut den Ingenieuren von Land Rover mehr Platz im Fond.

Seit 2011 hat der britische Geländewagenhersteller Land Rover den Range Rover Evoque im Programm; seines Zeichens die sechste Modellreihe und als Kompakt-SUV – die es ja mittlerweile von allen Herstellern zuhauf gibt – in gewisser Hinsicht ein Selbstläufer.

Denn die Kunden lechzen nach höherer Sitzposition, bulligem Äußeren, Allradantrieb, und Plastikabdeckungen und Offroad-Gimmicks für die etwaige Fahrt ins Gelände. Nun: Mit all dem kann der Range Rover Evoque dienen.

Typenschein

Range Rover Evoque First Edition D180 AWD

Preis: ab € 73.300,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 74.698,- inklusive Adaptive Dynamics € 818,-, konfigurierbarem Dynamic-Modus € 372,- und 21-Zoll-Doppelspeichen-Felgen Gloss Silver € 208,-; einen Range Rover Evoque (D150 2WD Manual) gibt es ab € 40.800,-
NoVA/Steuer: 12 %/ € 847,44 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis maximal 100.000 km, 3 Jahre Mobilitätsgarantie, 3 Jahre Lackgarantie, 6 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 34.000 km bzw. alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 1999 cm³, 132 kW/180 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment 430 Nm bei 1750-2500 U/min
Getriebe: Neungangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,3 s
Leistungsgewicht: 11,03 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 6,7/5,2/5,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,1 Liter
CO2-Ausstoß: 152 g/km
NOx: 0,0722 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4371/1904/1649 mm
Radstand: 2681 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1986/2490 kg
Kofferraum: 591-1383 Liter
Tank: 54 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 245/45 R21 104W/Y auf 21“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 212 mm
Böschungswinkel vorne: 22,2°
Hinten: 30,6°
Rampenwinkel: 20,7°
Wattiefe: 600 mm

Das 75.000 Euro teure Teil hat eine bärenstarke, fast furchteinflößende Frontpartie, dazu kommen schmal gezeichnete LED-Scheinwerfer, eine leicht nach oben verlaufende Schulterlinie, versenkbare Türgriffe (die gab´s in der ersten Generation noch nicht), weit in die Seite hineinragende Heckleuchten, eine schmucke Haifischantenne sowie 21-Zöller, auf denen der gerade einmal 4,37 Meter lange Fünfsitzer ruht. SUV trifft Coupé; so könnte man den Auftritt des zweifärbigen Evoque bezeichnen.

Damit ist der Evoque in seiner zweiten Generation von der Länge her nicht gewachsen, allerdings beim Radstand – was vor allem den Fondpassagieren und dem Kofferraum zu Gute kommt. Letzterer ist mit 591 Litern nun eines Kompaktwagens würdig, darüber hinaus lässt sich die Rückbank nun im Verhältnis 40:20:40 umlegen und offeriert dann einen sehr gut verarbeiteten Stauraum mit 1383 Litern Volumen.

Die Hinterbänkler müssen sich zwar über relativ schmale Türen nach hinten zwängen, dann aber nicht mehr ganz so gedrängt mit kaum Fußfreiheit auskommen, auch wenn die Kopffreiheit im 1,65 Meter hohen SUV noch immer mau ist.

Vorne hingegen schaut die Welt schon ganz anders aus – die elektrisch einstellbaren Ledersitze mit Memoryfunktion schmiegen sich herrlich an, das Platzangebot ist üppig, die Mittelkonsole ebenso, nur die mäßige Rundumsicht schmälert im hochwertigen Innenraum, der über eine Vielzahl an Ablagen verfügt, den Gesamteindruck. Das fragil wirkende Lederlenkrad liegt zart in der Hand, während der Blick auf die drei Bildschirme wandert.

Ja, drei Bildschirme: Ein 12,3 Zoll großes, konfigurierbares Instrumentendisplay sowie zwei zehn Zoll große Touchscreens – einer davon fährt bei Motorstart leicht aus dem Dashboard heraus – welche allerdings auf Kommandobefehle recht träge reagieren und dann eine halbwegs logische aber umständliche Steuerung von Handy, Radio, Navi und Klimaanlage ermöglichen. Zum Glück funktioniert die Sprachsteuerung prima.

Prima funktionieren auch die Bremsen und die Federung. Auch über Stock und Stein meistert der Evoque die Passagen bravourös: Da helfen hohe Bodenfreiheit, viel Wattiefe, Bergabfahrhilfe und das System zur Auswahl der Fahrmodi. Auf dem Terrain erweist sich der 180 PS starke Vierzylinder-Diesel als souverän. Auf der Straße müht sich das außen recht laute Aggregat, von dem man im gut gedämmten Innenraum so gut wie nichts mitbekommt, ein wenig.

Immerhin muss es knapp zwei Tonnen Leergewicht stemmen. Damit wird aus dem Wagen kein Sprinter, der dafür frei von Lastwechsel-Tücken mit Hang zum Untersteuern mit etlichen Assistenzsystemen – Toter-Winkel-Warner, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent – auch ein Gefühl von teilautonomem Fahren vermittelt. Die recht schwerfällige Lenkung trübt ein wenig das Bild, ebenso der Verbrauch, der selbst bei defensiver Fahrweise kaum unter acht Litern zu liegen kommt. Da nutzt das Mild Hybrid-System, also die Elektrounterstützung, leider so gut wie gar nichts.

Fazit: Schickes, hochwertiges SUV, gemacht für Stadt und Land für Leute, die auch das notwendige Kleingeld mitbringen.

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