ÖFB-Teamchef Rangnick löst Beratervertrag mit ManUnited auf

Österreichs neuer Fußball-Teamchef Ralf Rangnick hat den Beratervertrag mit dem englischen Rekordmeister Manchester United aufgelöst. Das gab der 63-jährige Deutsche in seiner Antrittspressekonferenz beim ÖFB-Team am Sonntag in Bad Tatzmannsdorf bekannt. Danach bestätigte auch der Club die Trennung. Rangnick war bei United zuletzt sechs Monate als Interimscoach tätig, sein Anschlussvertrag als Berater wäre neben seiner Tätigkeit beim ÖFB noch zwei Jahre gelaufen.

Nach dem abschließenden Saisonspiel mit United vor einer Woche hätten laut Rangnick mehrere Gespräche mit dem Vorstand der „Red Devils“ stattgefunden. „Wir sind in den letzten Tagen zu der Überzeugung gelangt, dass es für mich und letztlich auch für den Verein Manchester United besser ist, mich voll und ganz auf die Aufgabe hier als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft konzentrieren zu können“, sagte Rangnick.

Bei seiner Bestellung Ende April hatte der ÖFB angegeben, dass Rangnick seiner Nebentätigkeit für United künftig bis zu sechs Tage im Monat nachgehen werde. Dadurch dürfte sich auch das Salär des früheren Red-Bull-Sportdirektors für den Verband in einem bewältigbaren Rahmen bewegt haben. Details der Vertragsauflösung gab Rangnick nicht bekannt, er bedankte sich aber ausdrücklich bei den Verantwortlichen von Manchester United für das Entgegenkommen und die fairen Gespräche.

„Wir haben in beiderseitigem Einvernehmen entschieden, dass wir diesen Beratervertrag auflösen, dass er nicht in Kraft tritt“, schilderte Rangnick. Er sei „sehr froh“ darüber, die Vorfreude auf die Tätigkeit in Österreich „riesig“. Von 2012 bis 2015 war Rangnick als Sportchef in Salzburg tätig. „Ich habe seit vielen Jahren enge persönliche Verbindungen zu Österreich.“

Die erste Kontaktaufnahme vonseiten des ÖFB sei laut Rangnick Anfang April erfolgt. „Ich gebe zu, da war ich am Anfang selbst auch überrascht.“ Er habe mit Sportdirektor Peter Schöttel, der einen Nachfolger für Teamchef Franco Foda suchte, daraufhin für zwei Tage später ein weiteres Telefongespräch vereinbart. „Danach hat es sich konkretisiert, auch für mich als guter nächster Schritt erwiesen. Nach einigen Gesprächen war klar, dass ich das auch machen werde und möchte.“

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Schöttel erwartet sich von Rangnick „nicht nur einen wichtigen Impuls für das Nationalteam, sondern für den gesamten österreichischen Fußball“. Inwieweit der neue Teamchef mit seiner Pressing-Philosophie auch auf die Nachwuchs-Nationalmannschaften einwirken will, ist offen. „Zunächst einmal ist die volle Konzentration auf der A-Nationalmannschaft“, sagte Rangnick. Dazwischen sei aber Zeit, sich mit den Nachwuchsteamchefs oder Schöttel „einige Dinge genauer anzuschauen“.

Die Zusatzbelastung ManUnited spielt dabei keine Rolle mehr. Auch der englische Großclub schrieb auf seiner Website von „gegenseitigem Einvernehmen“, wonach Rangnick seine Beraterrolle in Old Trafford nicht antreten werde. „Wir wünschen Ralf alles Gute für das nächste Kapitel in seiner Karriere.“ Rangnick hatte United in der abgelaufenen Saison mit seinem Starensemble um Cristiano Ronaldo in der Premier League zu Rang sechs geführt.

Sein Nachfolger als Chefcoach ist der Niederländer Erik ten Hag. Der bisherige Ajax-Amsterdam-Coach hatte bereits durchblicken lassen, dass er wenig Wert auf die Ratschläge seines Vorgängers lege. „Ich analysiere selbst, ich beobachte und spreche mit vielen Leuten. Am Ende werde ich meine eigene Linie verfolgen“, erklärte Ten Hag. Die Entscheidung, ob und wie es mit Rangnicks Beraterrolle weitergehe, liege aber beim Verein. Nun ist sie getroffen.

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