Rassisten und rechte Politiker

ZDF-Krimi um neue Rechte mit Max Simonischek als Kommissar Laim

Anton Simhandl (Gerhard Wittmann, l.) und Lukas Laim (Max Simonischek, r.) ermitteln in dem Mordfall.
Anton Simhandl (Gerhard Wittmann, l.) und Lukas Laim (Max Simonischek, r.) ermitteln in dem Mordfall. © ZDF/Michael Marhoffer.

„Entsorgt wie Müll.“ So beschreibt Kommissar Anton Simhandl den Fund der Frauenleiche: eingewickelt in einen Teppich, abgelegt vor einem Müllcontainer auf der Münchner Theresienwiese. Ein Kopftuch deutet auf die Herkunft der Frau hin. Aus menschenverachtender Sicht der Rechten: „Ein Kopftuch weniger.“ „Laim und die Tote im Teppich“ dreht sich heute (20.15 Uhr, ZDF) um Rassisten und rechte Politiker.

Klischees & harte Szenen

Es geht um Flüchtlinge aus Syrien und Aktivisten aus der linken Szene, um Verbändelungen unguter Art, Folter und einen Journalisten, der die Machenschaften aufdecken will. Und man bedient sich dabei Klischees: Unter den Verdächtigen ist der Fechtlehrer einer Studentenverbindung, nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen. Ein rechter Autor spricht bei einer Signierstunde — im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum — über „die Vermehrung der Unschöpferischen, der Halb- und Viertelmenschen, die unserer Zeit ihren Stempel aufdrücken“. Und die linken Aktivistinnen bewerfen die Rechten mit brauner Farbe.

Kommissar Lukas Laim positioniert sich klar gegen Rechts. Mit seiner ruhigen, trockenen Art und tiefen Stirnfalten bleibt er aber unnahbar. Max Simonischek, Sohn der Schauspieler Peter Simonischek und Charlotte Schwab, spielt den Spross aus Münchner Geldadel.

Dass ein rechter Männerzirkel mit dem Tod der Frau in Zusammenhang steht, wird schnell klar. „Einen bayerischen 11. September, davon träumen die“, sagt Laim an einer Stelle. Wie recht er hat, wird erst gegen Ende deutlich. Bis die Polizisten all die Antworten zusammengetragen haben, bekommen sie — und das Fernsehpublikum — auch Szenen zu sehen, die eher nichts für sanfte Gemüter sind.

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