„Rate von einer Frauenquote ab“

Sparkasse-Vorständin Huber sagt, Frauen müssten ihre Chancen besser nützen

Von Christoph Steiner

170 Jahre wird die Sparkasse OÖ heuer alt – und auch in diesem Alter erleben Bankhäuser noch Premieren: Just zum Jubiläum bestellte das Institut erstmals eine Frau in den Vorstand. Seit Beginn des Jahres ist Stefanie Christina Huber im vierköpfigen Führungsgremium für die Bereiche Kommerzkunden und Finanzen zuständig. Die studierte Statistikerin, die ihre Karriere bei der Sparkasse vor 20 Jahren begann und stetig die Karriereleiter nach oben geklettert ist, sprach mit dem VOLKSBLATT darüber, wie schwer es tatsächlich ist, als Frau in Führungspositionen zu kommen.

Frau-Sein als Thema

Dass es ein Thema ist, dass sie als Frau in die Chefetage einzieht, versteht die neue Vorständin aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung. Für sie persönlich sei das Thema Mann-Frau in Führungspositionen allerdings nie wirklich relevant gewesen, so die 44-Jährige.

„Es macht mich persönlich stolz, dass ich es geschafft habe. Aber auf die Geschlechterfrage habe ich nie geachtet, sondern darauf Wert gelegt, meine Kompetenz zu beweisen – mich weiterzuentwickeln und fortzubilden. Von dem her war die jetzige Position der nächste Schritt“, sieht Huber die persönliche Entwicklung wichtiger als die gesellschaftliche Debatte darüber.

Kompetenz entscheidend

Der These, dass Frauen weniger Chancen haben, beruflich nach oben zu kommen, kann sie wenig abgewinnen: „Ich glaube, dass einzig und alleine die Kompetenz entscheidend ist.“ Dass trotzdem bei wichtigen Jobentscheidungen die Wahl oft auf Männer fällt, sieht sie zum Teil auch der Einstellung der Frauen selbst geschuldet. Frauen müssten nicht mehr Kompetenz haben als das männliche Pendant, um den Job zu bekommen. Es gehe mehr um das Zutrauen, so Huber: „Frauen sollten sich mehr zutrauen. Die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden, auch zu nutzen.“

Quote Geringschätzung

Dementsprechend kann sie sich auch mit einer verordneten Frauen-Quote nicht anfreunden. „Ich rate vehemenst davon ab. Quoten sind eher eine Geringschätzung der Frauen“, betont die Vorständin. Bräuchte man eine Quote, würde das heißen, dass Frauen die nötige Kompetenz für die entsprechenden Stellen nicht hätten und deshalb über die Quote kommen müssen. Dem sei aber nicht so, ist Huber überzeugt und will andere Steuerungsmethoden: „Die Kompetenz ist vorhanden, man muss das Selbstbewusstsein der Frauen stärken!“

Nachfolger

Ihren alten Posten erbte übrigens ein Mann. Seit Jahresbeginn ist Herwig Krist für die Leitung des Treasury-Bereichs zuständig.

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