Razzien bei Muslimbrüder-Promis

Ex-IGGÖ-Chef, Politologe und SPÖ-naher Aktivist im Visier der „Operation Luxor“

Am Tag nach der spektakulären „Operation Luxor“ mit Razzien in vier Bundesländern erfuhr das VOLKSBLATT am Dienstag Details über betroffene Personen und Institutionen. Die Liste liest sich wie ein Who’s who der Muslimbruderschaft.

So besuchte die Polizei in Wien die Stiftung eines ehemaligen Chefs der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) zwecks Hausdruchsuchung. Der Mann gilt schon seit langem als einer der Köpfe der hiesigen Muslimbrüder.

Ebenfalls im Visier: Ein gebürtiger Syrer, der seit mehr als 40 Jahren in Österreich als Gründer von diversen Vereinen sowie einer Moschee in Wien aktiv ist und sich im ägyptischen TV 2013 als „eine der Führungskräfte der Muslimbrüder in Europa“ geoutet hat.

Die Moschee sorgte vor knapp zwei Jahren für Aufregung, weil dort extremistische Schriften aufgelegen sein sollen. Sowohl in dieser Moschee als auch beim Gründer und dessen (leiblichem) Bruder kam es zur Hausdurchsuchung.

SPÖ-Connection?

Bei einem Politologen (Name der Redaktion bekannt), der sich im Auftrag einer türkischen Stiftung dem Kampf gegen die „Islamophobie“ verschrieben hat, wurde das Handy beschlagnahmt. Politisch pikant ist auch die Hausdurchsuchung bei einem in Wien lebenden Ägypter, der vor den Landtags- und Gemeinderatswahlen im Oktober intensiv für SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig geworben hatte.

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Die Facebook-Seite dieses Mannes enthält SPÖ-Werbung sowie viele Macron-Darstellungen als Hund und Schwein — und bis vor Kurzem auch ein brisantes Bekenntnis auf Arabisch: „Gott schütze die Bruderschaft, ihre Männer und Frauen, und möge deren Märtyrer annehmen“. Der arabischstämmige SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi hat sich vor der Wahl ausdrücklich für die Unterstützung des Bruders bedankt.

Grausige Ideologie

In Graz wurden das Islamische Kulturzentrum (IKZ) und die Wohnung von dessen Obmann durchsucht. Ebenso der Ableger des gleichnamigen Wiener Vereins Liga Kultur, der auf Facebook auf Yusuf al-Qaradawi verlinkt. Der in Katar lebende Vordenker der Muslimbruderschaft predigt die Todesstrafe für Abfall vom Islam und befürwortet Selbstmordattentate. Den Holocaust hält er für eine Strafe Gottes…

IGGÖ-Chef Ümit Vural sagte, er könne „erst dann etwas sagen, wenn uns die Behörden Evidenz geliefert haben“.

Von Manfred Maurer

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