Rechnungshof kritisiert Kosten durch Wildschäden im Forst

Der Rechnungshof hat die Schutzwaldbewirtschaftung der Bundesforste einer Follow-up-Überprüfung unterzogen: Das Landwirtschaftsministerium hat von zwei Empfehlungen eine ganz und eine teilweise umgesetzt. Bei den Bundesforsten wurden von zwölf Empfehlungen sieben vollständig abgearbeitet. Vorangegangen war eine Zustandsprüfung der Schutzwälder der Bundesforste, die einen „hohen Handlungsbedarf“ ergab: 62 Prozent der Schutzwälder sollten binnen 20 Jahren saniert werden.

„Nur bei 26 Prozent des knapp 154.000 ha umfassenden Schutzwaldes der Bundesforste war die Schutzwirkung für die nächsten 20 Jahre gegeben“, heißt es in dem Rechnungshofbericht. Einen wesentlichen Einfluss auf die Schutzwirkung hätten die Wildschäden. Dies hätten die Bundesforste nun analysiert. „Die Untersuchung ergab hohe Erlöspotenziale bzw. vermeidbare Kosten“, heißt es von den Prüfern. Die durch Wildeinfluss entstehenden Einbußen wurden mit 9,4 Mio. Euro beziffert, die durch eine effizientere Naturverjüngung möglichen Einsparungen mit 3,34 Mio. Euro und die zusätzlichen Aufwendungen für betriebseigene Berufsjäger mit 1,24 Mio. Euro, steht in dem heute veröffentlichten Bericht.

„Eine Verkleinerung der Jagdreviere könnte einen Rückgang der Erträge aus der Jagd in Grenzen halten. Während der Jagderlös bei Revieren bis 200 ha (ein Hektar hat 10.000 Quadratmeter) zwischen 35 und 40 Euro je Hektar lag, machte er bei Jagdrevieren über 2.000 ha nur noch rund 15 Euro aus, rechnet der Rechnungshof vor. Zu den Abschusszahlen heißt es, dass diese fast immer unter den Planzahlen gelegen haben.

In ihren Empfehlungen in der Follow-up-Überprüfung schreiben die Prüfer in Richtung Bundesforste: “Angesichts der bestehenden Gefahr einer schleichenden Verschlechterung des Zustandes des Schutzwaldes und zur Vermeidung aufwendiger Sanierungsmaßnahmen sollten in Zukunft im Schutzwald außer Ertrag weithin Maßnahmen zur Wildschadensreduktion sowie Maßnahmen, welche die Naturverjüngung unterstützen, durchgeführt werden. (…) Der Erfüllung der Mindestabschussverpflichtungen sollte weiterhin die erforderliche Bedeutung beigemessen werden„.

Die Land&Forstbetriebe rechneten heute vor, dass fast die Hälfte Österreichs von Wald bedeckt ist. “Das entspricht in etwa der Größe der Schweiz”, so die Interessensvereinigung. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen Waldes.

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