Rechtsextreme Schweden-Bombe

Schwedendemokraten erstarken — Dickes Wahl-Minus für Sozialdemokraten

Schweden-Demokrat Jimmie Akesson triumphiert. © AFP/Nackstrand

Die Parlamentswahlen in Schweden haben am Sonntag das erwartete Ergebnis gebracht: Die mit den Grünen regierenden Sozialdemokraten musste Nachwahlbefragungen zufolge starke Verluste hinnehmen — die Partei von Premier Stefan Löfven sackte um rund fünf Punkte auf ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis von 26 Prozent. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mit Jimmie Akesson legten dagegen um fast sieben Punkte auf 19 Prozent zu. Wenn sich dies im Endergebnis bestätigt, hätten sie damit die den Exit Polls zufolge von 23 auf etwa 18 Prozent gefallene konservative Moderaterna auf Platz drei verdrängt.
Wer Schweden künftig regiert, schien gestern Abend völlig offen: Der rot-grüne Block aus Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei wäre etwa gleich stark wie eine liberal-konservative Vier-Parteien-Allianz.
Keiner der traditionellen Blöcke will eine Koalition mit der im Rechtsextremismus wurzelnden und für ein Referendum über einen EU-Austritt eintretenden Schwedendemokraten eingehen. Diese könnten allerdings künftig bei Abstimmungen im Parlament der einflussreiche Mehrheitsbeschaffer einer Minderheitsregierung werden.