Regierung stellt DB Rute ins Fenster

Kritik an Deutscher Bahn – Lösungen sollen bis Jänner auf den Tisch

„Wir sind besorgt darüber, wie der DB-Vorstand das System Bahn fährt“, so Enak Ferlemann, Beauftragter der deutschen Bundesregierung für den Schienenverkehr.
„Wir sind besorgt darüber, wie der DB-Vorstand das System Bahn fährt“, so Enak Ferlemann, Beauftragter der deutschen Bundesregierung für den Schienenverkehr. © Leonid Andronov - stock.adobe.com

Die deutsche Regierung erwartet angesichts der anhaltenden Probleme bei der Deutschen Bahn (DB) eine grundlegende Reform des Staatsunternehmens. „Wir sind besorgt darüber, wie der DB-Vorstand das System Bahn fährt. Mit der Leistung kann man nicht zufrieden sein“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann (CDU), der „Welt am Sonntag“. „Die Bahn braucht eine Neustrukturierung. Wir erwarten, dass der Vorstand der Bundesregierung bis März ein entsprechendes Konzept vorlegt“, so Ferlemann weiter. Er erwartet erste konkrete Vorschläge seitens des DB-Vorstands bei einem Termin im Jänner.

Laut Ferlemann gebe es unterhalb der Holding Aktiengesellschaften mit Vorständen und Aufsichtsräten, „die aneinander vorbei und zum Teil auch gegen die Interessen der anderen DB-Gesellschaften entscheiden“. Er macht auch Führungsfehler für Probleme verantwortlich. Die Managementebene unterhalb des Vorstands blockiere effiziente Führungsstrukturen. „Beschlüsse des Vorstands bleiben dort hängen und dringen nicht zu den Mitarbeitern durch, die sie umsetzen sollen. Und Kritik und Anregungen der Belegschaft schaffen es durch die Lehmschicht des mittleren Managements nicht bis an die Konzernspitze.“