„Reintesten“ ist „reizvolle Idee“

Linzer ÖH-Chef Mario Hofer (JKU) zieht nach einem Jahr Vorsitz Bilanz

„Ein schnelles Studium musste auch in der Krise gewährleistet werden. Wir haben mit dem Rektorat und direktem Input der Studierenden die digitale Lehre an der JKU vorangetrieben“, betont Mario Hofer, seit einem Jahr ÖH-Chef auf der Linzer JKU.
„Ein schnelles Studium musste auch in der Krise gewährleistet werden. Wir haben mit dem Rektorat und direktem Input der Studierenden die digitale Lehre an der JKU vorangetrieben“, betont Mario Hofer, seit einem Jahr ÖH-Chef auf der Linzer JKU. © ÖH/JKU

Kommende Woche startet auf der JKU wieder der Kurs-Betrieb, es beginnt bereits das dritte Semester im Corona-Modus. Acht Tage vor dem ersten Lockdown der JKU im Vorjahr gab es übrigens einen Wechsel in der ÖH-Führung.

Mario Hofer hat am 3. März 2020 den Vorsitz übernommen: „Es war ein Jahr mit vielen Herausforderungen und Improvisation“, zieht er nun Bilanz. Es sei ein „Fahren auf Sicht“ gewesen, die ÖH konnte aber trotzdem viel erreichen, so Hofer.

Bis Ostern werde man auf jeden Fall noch Distanz-Studium haben, wobei aber schon jetzt Laborübungen und Prüfungen mit echter Anwesenheit stattfinden können. Die Idee des „Reintestens“ für Prüfungen und Lehrveranstaltungen sei „reizvoll“, so der angehende Jurist, aber es müsse vermutlich gesetzlich verankert werden.

Nicht verstehen kann er die Proteste gegen die Novelle zum Universitätsgesetz (UG). Wie berichtet wollen am Mittwoch Studenten am Linzer Hauptplatz dagegen demonstrieren.

Der Aufschrei sei völlig zu Unrecht, denn man habe die „giftigen Zähne“ gezogen, verweist Hofer auf die Änderungen bei den Prüfungsterminen. Aber ein „großer Wurf“ sei die Novelle nicht, es brauche mehr Verbindlichkeit im Studium.

Angst vor geringer Beteiligung bei ÖH-Wahl

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Die nächste Bewährungsprobe für die ÖH steht aber bereits vor der Tür. Vermutlich von 18. bis 20. Mai sind nämlich die Studenten aufgerufen, ihre Vertretung neu zu wählen. „Wir planen jetzt schon, wie wir die Sicherheit der vielen Wahlhelfer und der Wähler bei der Stimmabgabe gewährleisten können“, so Hofer.

Die Briefwahl sei bei dieser Wahl nur eine eingeschränkte Alternative, weil man für die Studienrichtungsvertretung nicht per Brief votieren könne. Auch eine digitale Abgabe ist nicht möglich. Die Folge: Hofer rechnet mit einem weiteren Sinken der Wahlbeteiligung. Bei der Wahl 2019 ging nur jeder vierte JKU-Student zur ÖH-Wahl. Angesichts der Corona-Krise wäre es schon ein Erfolg, wenn man über 20 Prozent Beteiligung käme, so Hofer.

Für seine Fraktion, die Aktionsgemeinschaft, hofft er, dass sowohl auf JKU-Ebene als auch auf Bundesebene — dort stellt man seit dem Vorjahr ebenfalls den Vorsitz — die Arbeit von den Studenten honoriert werde. „Ich hoffe, dass wir bestimmende Kraft bleiben und dazugewinnen“, so Hofer.

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