Reisebeschränkungen lassen Immo-Investments einfrieren

Am österreichischen Immobilieninvestmentmarkt wurden im Jahr 2020 Immobilien im Wert von rund 3,5 Mrd. Euro gehandelt. Das ist ein Rückgang um rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang sei laut dem Immobiliendienstleister EHL vor allem den Corona-bedingten Reisebeschränkungen geschuldet.

2019 betrug das Investmentvolumen rund 5,9 Mrd. Euro, der höchste Wert seit 2007. Aufgrund von Flugverboten, Grenzschließungen und Lockdowns seien Investoren aus Fernost und Übersee beinahe vollständig ausgeblieben, ihr Marktanteil reduzierte sich auf zwei Prozent. Den Großteil der Investoren stammte heuer aus Deutschland (50 Prozent), Österreich (43 Prozent) und der Schweiz (sechs Prozent). Somit bestand der heimische Immobilienmarkt vorrangig aus Investoren, „die mit dem Auto anreisen konnten“, erklärte Franz Pöltl, Geschäftsführer der EHL Investment Consulting am Mittwoch gegenüber der APA.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Situation mit steigender Impftätigkeit lockern und das Volumen in den kommenden Jahren wieder steigen wird“, so Pöltl. Investoren hätten weiterhin „großen Appetit auf Immobilien“, dies vor allem aufgrund des erwarteten negativen Zinsniveaus in den nächsten Jahren, erklärte er.

Investoren kauften heuer vor allem in den Segmenten Wohnen (rund 39 Prozent) und Büro (rund 38 Prozent), gefolgt von Logistik (rund 10 Prozent) und Einzelhandel (rund 6 Prozent).

Der Abwärtstrend der Spitzenrenditen für gewerbliche Immobilien hielt auch 2020 an. Heuer befänden sie sich auf einem historischen Rekordtief, so EHL Geschäftsführer Markus Mendel. Dies liege vor allem am großen Interesse der Investoren an Sachwerten und den niedrigen Zinsen, erklärte er.

YT
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Wie ist Ihre Meinung?