Reisekonzern TUI braucht weitere staatliche Milliardenhilfen

Der deutsche Reisekonzern TUI verhandelt Insidern zufolge wegen der Corona-Krise über weiteres Geld vom Staat.

Der bereits mit drei Milliarden Euro Hilfen gestützte weltgrößte Tourismuskonzern sei darüber in Gesprächen mit der öffentlichen Hand, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Zwei Insider bezifferten den Kapitalbedarf auf 1,5 bis 1,8 Mrd. Euro. An anderer Stelle war von grob ein bis zwei Milliarden Euro die Rede.

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Den Kapitalmarkt anzuzapfen, sei in Coronazeiten keine Option. Weitere Kredite des Staats seien wegen hoher Zinskosten und einer bereits drückenden Schuldenlast schwierig, hieß es. Deshalb sei im Gespräch, wie der Staat mit Eigenkapital direkt einsteigen könnte. Es würden verschiedene Varianten geprüft, auch Misch-Modelle. So müsse ein Staatseinstieg nicht zwangsläufig mit Stimmrechten verbunden sein. Von TUI war zunächst kein Kommentar zu erhalten, das deutsche Wirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Corona-Krise mit Einschränkungen und Reisewarnungen trifft TUI extrem hart und hat dem Reisekonzern im Frühjahr einen Umsatzeinbruch von rund 99 Prozent eingebrockt. Auch nach dem ersten Lockdown hat sich der Reise- und Flugverkehr dann bei weitem nicht so günstig entwickelt wie von der Branche erhofft. Auch Airlines fahren ihr Angebot massiv runter und dünnen Flugpläne aus.

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TUI prüft seit längerem verschiedene Möglichkeiten, um sein Finanzpolster in der Corona-Krise zu stärken, darunter auch eine „kurz- oder mittelfristige Kapitalerhöhung“. TUI-Chef Fritz Joussen hatte Ende September dazu gesagt: „Ich denke schon, dass wir auf der M&A-Seite und der Kapitalseite etwas machen müssen, aber nicht jetzt.“

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