Rettung aus Höhle in letzter Sekunde

Während der Aufräumarbeiten fiel Wasserpumpe aus und der Pegel stieg rasch – 100 Einsatzkräfte rannten fluchtartig um ihr Leben

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Einige Buben waren bei der Rettung nicht bei Bewusstsein und wurden mit einer Trage aus der Höhle befördert.
Einige Buben waren bei der Rettung nicht bei Bewusstsein und wurden mit einer Trage aus der Höhle befördert. © AFP/ Thai government public relations department (PRD) and Government spokesman bureau

CHIANG RAI – Die spektakuläre Rettung der zwölf thailändischen Jungfußballer und ihres Trainers (25) aus der Tham-Luang-Höhle könnte verfilmt werden. Liefert sie doch reichlich Stoff für Dramatik pur. Denn kurz nachdem die ursprünglich Eingeschlossenen in einer dreitägigen Meisterleistung von 1000 Einsatzkräften gerettet wurden, hatte die Haupt-Wasserpumpe versagt. Der Pegel stieg rasch an. Zu diesem Zeitpunkt waren aber noch 100 Menschen in der Höhle mit dem Einsammeln von Gerät beschäftigt. Sie rannten in wilder Flucht zum Ausgang.

 

Die Kinder sind mental sehr stark

Die Kinder im Alter zwischen elf und 16 Jahren hatten das unfreiwillige Abenteuer – die letzten wurden erst am 17. Tag aus der Dunkelheit geholt – in einem „sehr guten mentalen Zustand“ überstanden. Keiner hätte Fieber oder eine schwere Infektion, nur drei Kinder hätten eine leichte Lungenentzündung davongetragen. Zur weiteren Beobachtung müssen aber alle 13 noch im Krankenhaus bleiben – das WM-Finale, zudem sie eine Einladung nach Moskau gehabt hätten, dürfen sie sich aber im TV ansehen. Weitere Einladungen von Fußballclubs trudelten schon ein.

Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong erklärt sich ihre gute psychische Verfassung damit, dass „sie die ganze Zeit gemeinsam als Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft“.

Einige bei Rettung nicht bei Bewusstsein

Einige Buben waren bei der Rettung nicht bei Bewusstsein. Sie seien betäubt auf Tragen durch die gefährlichen Engstellen der Höhle gebracht worden, sagte Ex-Navy-Seals Chaiyananta Peeranarong. „Einige von ihnen haben geschlafen, einige mit ihren Fingern gewackelt, groggy, aber sie haben geatmet“, sagte der Thailänder, der als letzter Taucher die Höhle verließ. Auf dem Weg Richtung Ausgang waren Ärzte postiert, die bei den Fußballern den Puls und ihren Zustand kontrolliert hätten.

Die Einsatzkräfte hatten Sorge, die Buben könnten während des Tauchgangs in Panik geraten. Ein Taucher sprach von „extrem gefährlichen“ Bedingungen bei „null Sicht“. Die meisten Buben konnten nicht schwimmen, keiner hatte Taucherfahrung. Wie gefährlich die Aktion war, zeigte der Tod des erfahrenen thailändischen Tauchers am Freitag.

Die Fußballer waren am 23. Juni in der Höhle von rasch steigendem Wasser überrascht worden. Erst neun Tage später wurden sie gefunden, mit Lebensmitteln versorgt und medizinisch betreut. Am Sonntag startete die Rettung, die am Dienstag erfolgreich abgeschlossen werden konnte.