Rezept-Suche gegen Ärztemangel

In OÖ 28 Stellen für Allgemeinmediziner und 9 Facharztstellen unbesetzt

Mit 28 unbesetzten Kassenstellen für Allgemeinmediziner und weiteren neun unbesetzten Facharztstellen gibt es in Oberösterreich die österreichweit größte Lücke.

Im gesamten Bundesgebiet waren 157 ausgeschriebene Kassenstellen — 95 Allgemeinmediziner, 62 Fachärzte — unbesetzt (Details siehe Grafik), worauf in einer Reaktion auch Oberösterreichs Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (OÖVP) hinweist.

In Oberösterreich starten

„Wenn in ganz Österreich 95 Allgemeinmediziner fehlen, brauchen wir konkretere Lösungen für das ganze Land“, so die LH-Stellvertreterin. Sie lade „Gesundheitsminister Rudi Anschober und die Sozialversicherung dazu ein, in Oberösterreich mit geeigneten Maßnahmen zu starten“, betont Haberlander.

Auch FPÖ-Chef LH-Stv. Manfred Haimbuchner schlägt in diese Kerbe: „Es ist überfällig, dass Krankenkasse und Ärztekammer endlich einen Masterplan auf den Tisch legen“. Und er betont in diese Richtung zudem, dass die Problematik der fehlenden Ärzte „mit Sicherheit nicht über Nacht entstanden“sei.

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„Land hilft, wo es kann“

Gesundheitsreferentin Haberlander hält aber nicht nur die Zuständigkeit von Sozialversicherung und Ärztekammer für die hausärztliche Versorgung fest, sondern unterstreicht, dass das Land OÖ „hilft, wo es kann“und bereits „zahlreiche Maßnahmen zur Attraktivierung des Allgemeinmedizinerberufs“umgesetzt habe. An der Medizin-Fakultät der JKU gebe es den Ausbildungsschwerpunkt Allgemeinmedizin, das Klinisch-Praktische Jahre werde zu 100 Prozent von Land und Gemeinden finanziert, und es gebe ein Mentorensystem für junge Ärzte. Die Möglichkeit, sich zu Primärversorgungszentren zusammenzuschließen, sei eine weitere Lösung, um den Beruf des Hausarztes bei jungen Medizinern zu attraktivieren, hält Haberlander fest. Wobei sie auch konstatiert, dass im Regierungsprogramm einige Punkte für die Attraktivierung des Arztbeerufs enthalten seien.

Bessere Verträge

Ihr Regierungskollege Haimbuchner drängt zudem auf bessere Honorare für Haus- und Fachärzte sowie die Beibehaltung „von Hausapotheken in ausreichender Zahl“.

Der Gesundheitssprecher der Neos, NR-Abg. Gerald Loacker sieht die Schuld an der „untragbaren Situation“ bei den Kassen selbst: Sie würden die Vertragsbedingungen „weiter restriktiv und unattraktiv halten und dadurch ihrer Versorgungsaufgabe im niedergelassenen Bereich nicht nachkommen“. Die Neos fordern, dass die Krankenkassen die Wahlarztkosten übernehmen, wenn es im Heimatbezirk der Patienten keine Vertragsärzte gebe.

Dem widerspricht wiederum der Gesundheitssprecher der Grünen, NR-Abg. Ralph Schallmeiner. Dieser Vorschlag stelle „eine Zerschlagung und Privatisierung des Gesundheitssystems dar“. Vielmehr müssten die Kassenverträge attraktiviert werden. Wie Haberlander verweist auch Schallmeiner darauf, dass im Regierungsprogramm Verbesserungsvorschläge festgeschrieben seien.

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