Riccardo Chailly: Cherubini Discoveries

Eine hochinteressante CD hat „Decca“ kürzlich herausgebracht. Damit wird eines Komponisten gedacht, der zu seiner Zeit zu den berühmtesten Vertretern seiner Zunft gehörte und von Beethoven, Schumann oder Brahms gleichermaßen geschätzt wurde.

Nämlich Luigi Cherubini (1760-1842), der immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint. Von seinen über dreißig Opern wird bestenfalls die „Medea“ noch gespielt, und das nur noch höchst selten. Immerhin war dieses Werk vorige Saison am Linzer Landestheater zu sehen und zu hören.

Die lange Lebenszeit Cherubinis, er wurde vier Jahre nach Mozart geboren, allerdings um fünfzig Jahre älter als dieser, was wiederum zur Folge hatte, dass sein Werk aus der Barockzeit bis, nach heutigen Begriffen, weit in die Romantik reichte.
Die vorliegende CD enthält neben einer Ouvertüre seine Sinfonie in D-Dur, ein Meisterwerk. Abwechslungsreich in der Abfolge, eine originelle Instrumentierung, blühende Melodik, perfekte Satzbautechnik, sind nur einige Vorzüge, die das Werk auszeichnen.

Und noch etwas ist auf dieser Aufnahme ein absolutes Unikum, nämlich zehn Märsche, die allerdings nichts mit einer Art Trivialliteratur zu tun haben. Das Orchester der Mailänder Scala unter seinem derzeitigen Chefdirigenten Riccardo Chailly erweist sich als ein überaus kompetenter Klangkörper, es handelt sich also um eine Aufnahme, die man unbedingt besitzen sollte.

Hörprobe:

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