Ried schoss sich im Derby gegen Steyr aus der Krise

Drei Pleiten in Folge, acht Punkte Vorsprung verspielt, die Tabellenführung an Klagenfurt verloren – das zehrte an den Nerven der SV Guntamatic Ried. Ausgerechnet im OÖ-Derby bei Vorwärts Steyr schossen sich die Innviertler aus der Krise, feierten einen hart umkämpften, aber enorm wichtigen 1:0-Sieg und kletterten vorerst wieder auf Rang eins der 2. Fußball-Liga.

Schon in der ersten Hälfte bot sich den wenigen Anwesenden sowie den kreativen Schaulustigen auf dem Dach des Gäste-Eingangs ein höchst intensives, rassiges und ereignisreiches Derby. Nach knapp 25 Sekunden stellte sich Marco Grüll bei seinem Comeback mit einer Topchance bei Steyr-Goalie Bernhard Staudinger vor, der aus kurzer Distanz parieren konnte. Auf der Gegenseite entschärfte Kreidl-Ersatz Filip Dmitrovic einen guten Versuch von Bojan Mustecic (6.).

Beide Mannschaften waren gewillt, aktiv zu sein und attackierten früh, versuchten, den Spielaufbau des Gegners tief in der gegnerischen Hälfte zu unterbinden. Während die Innviertler aber auch dank des ballsicheren Zentrums immer wieder die Pressinglinie der Steyrer überspielten und sich mit gelungenem Kombinationsspiel nach vorne arbeiteten, gelang das den Hausherren mit zunehmender Spieldauer immer seltener. Auch, weil die Wahlmüller-Elf vorne zu wenig Bälle festmachen konnte. Einzig bei einem Schuss von Sulejmanovic aus halblinker Position musste sich Dmitrovic noch einmal auszeichnen (20.).

Traumtor von Kerhe

Ried bekam nun immer mehr die Oberhand über die Partie und konnte die gefährliche Offensivfraktion um Jefte Betancor, Bernd Gschweidl, Stefan Nutz und den sehr aktiven Grüll immer wieder gut in Szene setzen. Auch beim Führungstreffer hatte Letzterer seine Füße im Spiel, als sich der 21-Jährige zwar fest dribbelte, den Abpraller schlenzte aber Manuel Kerhe sehenswert ins obere Eck (30.). Gschweidl per Kopf verpasste kurz vor der Pause den zweiten Treffer (42.).

Hart umkämpfte zweite Hälfte

Nach dem Seitenwechsel schafften es die Wikinger nicht mehr, den Druck in der gleichen Form aufrechtzuerhalten. Vorwärts verstand es nun wesentlich besser, die Rieder vom Tor fernzuhalten, stellte die Räume besser zu und wurde mit Fortdauer der Partie auch im Spiel mit dem Ball mutiger. Einmal wurde Martinovic im Rückraum schön freigespielt, sein Schuss wurde aber abgeblockt (58.). Kurz danach entschärfte Dmitrovic einen Himmelfreundpointner-Freistoß (60.). Auf der Gegenseite scheiterte Grüll nach ruhendem Ball an Staudinger.

Das Derby blieb bis zum Schluss intensiv und ob des Spielstandes vor allem spannend. Steyr war nicht gewillt, die drei Punkte kampflos an die Innviertler abzugeben, diese wiederum benötigten freilich jeden Sieg im Titelrennen wie einen Bissen Brot. Die ganz großen Gelegenheiten blieben im Finish jedoch aus, auch weil den sehr bemühten Vorwärts-Kickern im letzten Drittel Genauigkeit und Durchschlagskraft abgingen. So rettete Ried den ersten Dreier nach drei Niederlagen über die Zeit und übernahm vorerst bis Samstag (Klagenfurt trifft auf die Juniors) wieder die Tabellenführung.

Von Christoph Gaigg aus Steyr

 

 

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