Riesen-Ding

Opel schickt sein Flaggschiff Insignia mit einem neuen 1,6 Liter-Turbobenziner und einer neuen Infotainment-Generation in das Modelljahr 2019.

Von Oliver Koch

Opel feiert dieses Jahr 120-jähriges Bestehen und zeigt sich dabei frisch wie eh und je. Daran können auch die jüngsten Unsicherheiten rund um den Eigentümerwechsel nichts ändern, denn eines hat Opel prinzipiell immer schon gut können: Leistbare und gute Autos bauen. Das Flaggschiff namens Insignia haben die Rüsselsheimer seit 2008 im Fuhrpark wobei vor der VOLKSBLATT-Redaktion nun ein Grand Sport in der Ausstattungslinie Dynamic steht. Will heißen: 4,90 Meter Gardemaß auf 18er-Alus, verpackt in eine dynamisch gehaltene Silhouette mit schmalen, spitz zulaufenden Scheinwerfern und einem Mini-Spoiler auf dem rundlich gestalteten Heck.

Typenschein

Opel Insignia Dynamic Grand Sport

Preis: ab € 40.430,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 50.871,- unter anderem inklusive Lederausstattung perforiert € 1945,-, Park & Go-Paket Premium € 1340,-, Sicht-Paket € 363,-, Sitz-Paket 1 € 826,-, Frontkamera € 927,-, digitalisiertes Acht-Zoll-Fahrerinstrumentendisplay € 494,-, Multimedia Navi Pro € 1461,- und Verkehrsschild-Assistent € 202,-; einen Opel Insignia Grand Sport (Edition 1.5 Benzin 140 PS) gibt es ab € 31.409,-
NoVA/Steuer: 13 %/ € 982,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, 1598 cm³, 147 kW/200 PS bei 550 U/min, max. Drehmoment 280 Nm bei 1650-4500 U/min
Getriebe: Sechsgangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 232 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,0 s
Leistungsgewicht: 7,59 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 8,4/5,6/6,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,3 Liter
CO2-Ausstoß: 153 g/km
NOx: 0,0186 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4897/1863/1455 mm
Radstand: 2829 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1518/2110 kg
Kofferraum: 490-1450 Liter
Tank: 62 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 245/45 R18 100Y auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 6

Das sauber verarbeitete Cockpit wartet mit tadelloser Ergonomie sowie logisch platzierten Bedienelementen bei guter Sitzposition auf. Die Übersicht in der Limousine ist jedoch nach hinten mäßig. Der Insignia Grand Sport empfiehlt sich aber nicht bloß als Business-Limousine sondern auch als Alltags-Familienauto, was zahlreiche, gut dimensionierte Ablagen und das hervorragende Raumangebot auf allen fünf Plätzen unterstreichen.

Das neue Infotainmentsystem Multimedia Navi Pro verfügt über ein acht Zoll großes, sehr hochauflösendes Display, das dank einer neuen Menüanordnung wie ein Tablet per Wisch- und Zoombewegung bedient werden kann. Die Bedienung ist denkbar übersichtlich gestaltet, die Umsetzung der Befehle geschieht sehr schnell. Die Betulichkeit der Vorgängergeneration ist Geschichte.

Seidiger Motor

Der Insignia verfügt über einen seidig laufenden, kräftigen Turbo-Motor mit ausreichend Power, dem im Sport-Modus künstlich etwas akustischer Grant verliehen wird. Die 200 PS aus dem 1,6-Liter-Benziner harmonieren dabei mit der sanften, aber nicht sonderlich flott schaltenden Sechsgangautomatik. Zudem punktet der 1,5 Tonnen schwere Vierzylinder mit einer extremen Laufruhe und einer vornehmen Zurückhaltung beim Verbrauch (7,3 Liter). Die eher weiche Lenkung reagiert dafür recht träge während die Federung nie richtig weich, aber dennoch stets komfortabel ist – dafür benötigt man bei der Dosierung des Bremspedals das richtige Quantum Fußspitzengefühl.

Das Platzangebot der außen wie innen riesigen Limousine ist nicht nur im Passagierabteil famos – auch das souverän verarbeitete Gepäckabteil wartet mit Top-Werten von 490 Litern und (bei umgeklappten Rücksitzen) 1450 Litern auf. Abgerundet wird das stimmige Gesamtbild von einer üppigen Serien-Mitgift; dazu zählen beispielsweise zwei USB-Ports, Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat, Lederlenkrad, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, Schaltwippen, Frontkamera sowie ein Spurhalteassistent.

Fazit: Opel mag nicht so hip wie Tesla sein und nicht als so nobel wie Audi angesehen werden. Dennoch findet man beim Insignia kaum ein Haar in der Suppe, was andererseits beim Preis von gut 50.000 Euro für das Riesen-Ding eine Selbstverständlichkeit ist.