Riesenpotenzial für Energieeffizienz

Experte: Gebäudesanierung bringt über 80 Prozent an Einsparungen

Durch Sanierungsmaßnahmen am Bestand kann der Verbrauch fossiler Energieträger deutlich gesenkt werden, so der Experte.
Durch Sanierungsmaßnahmen am Bestand kann der Verbrauch fossiler Energieträger deutlich gesenkt werden, so der Experte. © Alterfalter - stock.adobe.com

Beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern werde der Effizienz zu wenig Beachtung geschenkt, so der Leiter des Forschungszentrums für nachhaltiges Bauen an der Uni Innsbruck, Rainer Pfluger.

Durch Gebäudesanierung könne der Heizwärmebedarf um über 84 Prozent gesenkt werden. Ein EU-gefördertes Sanierungsprojekt in St. Johann/Tirol soll zeigen, wie durch bauliche Maßnahmen der Energieverbrauch für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Belüftung minimiert wird.

Insgesamt werden 207 Wohneinheiten und drei Nicht-Wohngebäude um rund 30 Millionen Euro saniert.

Auf Passivhaus-Standard bringen

Durch modulare Systeme, industrielle Vorfertigung und Optimierung von Fertigungsprozessen auf der Baustelle soll der Passivhaus-Standard für die Sanierung – genannt EnerPHit – erreicht und die Sanierung „kosteneffizienter, schneller und weniger störend für die Bewohner“ sein, so Pfluger.

Die Sanierung der 32 Wohnungen (Baujahr 1961) umfasse u.a. eine minimalistische Lüftungsanlage über die Fassade und zusätzliche Balkone, erklärte Pfluger. Zudem werden Fenster getauscht, Wände, oberste Geschoß- und Kellerdecken gedämmt und Heizsysteme vereinheitlicht.

Durch verbesserte Effizienz reiche künftig die bestehende Wärmeübergabestation der Fernwärme für die Beheizung und Warmwasserbereitung aus. Würden weitere Ortsteile effizient saniert, könne die Fernwärmeversorgung ohne Leistungszuwachs der Wärmeerzeuger ausgebaut werden, so Pfluger. Wo dies nicht möglich ist, sollen Luft- und Erdwärmepumpen eingesetzt werden.

Erstes Ziel ist den Verbrauch senken

Erstes Ziel soll laut dem Bauexperten immer sein, den Energieverbrauch soweit wie möglich zu senken, um erst dann den Rest mit regenerativen Energiequellen zu decken.

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