Riesige Überproduktion von Eiern wegen Lockdowns

In der Corona-Krise rufen nun auch die Eierproduzenten um Unterstützung für ihre Branche. Die fleißigen Hühner legen schließlich weiterhin ihre Eier, während es an Absatzmöglichkeiten – vor allem Hotellerie und Gastronomie – fehlt. Zudem sind die Futtermittelpreise laut Branchenangaben gestiegen und die Verkaufspreise im Keller. Betroffen sind vor allem Betriebe, die Bodenhaltungseier produzieren.

„Sie sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen“, so Branchenvertreter Franz Karlhuber. „Unsere Legehennenhalter und Eierpackstellen brauchen als Vorlieferanten für die Gastronomie dringend Hilfestellung“, appellierte der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) am Freitag in einer Aussendung weiters.

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Monatlich seien rund zehn Millionen Bodenhaltungseier zu viel am österreichischen Markt. Schon seit April des vorigen Jahres müssten daher große Mengen an Eiern zu Eiprodukten verarbeitet werden.

„Die Lager sind voll, und die Eiprodukte-Werke können kaum mehr Ware aufnehmen. Gleichzeitig sind die Übernahmepreise für Industrieeier auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, sodass die variablen Kosten der Betriebe nicht mehr gedeckt werden können“, gibt Karlhuber zu bedenken.

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Es gehe auch um einen Schulterschluss mit den Partnern im Lebensmitteleinzelhandel, denn viele Betriebe sähen sich nicht mehr in der Lage, zu den aktuellen Preisen zu produzieren. EZG Frischei-Obmann Franz Kirchweger fordert deshalb höhere und faire Preise. „Das aktuelle Überangebot an Bodenhaltungseiern darf nicht dazu führen, dass die Eierpreise noch weiter fallen. Wir brauchen vielmehr Preise, die es unseren Betrieben erlauben, in der aktuellen Krise zu überleben.“

Die EZG Frischei schätzt, dass 80 Prozent aller Eier in der Gastronomie aus österreichischer Produktion stammen. Die österreichischen Legehennenhalter arbeiteten nachweislich nach höchsten Standards in der EU. „Wir verdienen für unsere Arbeit mehr Wertschätzung, die sich besonders auch in dieser Krisensituation im Preis widerspiegeln muss“, so Karlhuber.

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