Ringen um Papa-Auszeit

Der aus seinem persönlichen Papamonat zurückgekehrte FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat sich gestern dafür ausgesprochen, allen Vätern die Möglichkeit einer solchen Auszeit zu geben. Koalitionspartner ÖVP hatte sich zuletzt bezüglich eines Rechtsanspruches eines Papamonats für alle zurückhaltend gezeigt, ÖVP-Klubchef August Wöginger will die angekündigte EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben abwarten, die unter anderem zehn Tage Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes vorsieht. Auch Strache gestand ein: „Wir sind noch nicht zu einer gemeinsamen Lösung gekommen“, der FPÖ-Chef zeigte sich aber optimistisch, dass es zu einer gemeinschaftlichen Regelung mit dem Koalitionspartner kommen werde. Dafür müsse man keine EU-Richtlinie abwarten, er bevorzuge eine österreichische Lösung. Das will sehr wohl — wie auch Wöginger — WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Man halte auch nichts „von populistischen Schnellschüssen, die Klein- und Mittelbetriebe über Gebühr belasten“, so Kopf zum Rechtsanspruch auf einen Papamonat. Die von IHS-Chef Martin Kocher dafür genannten Kosten von 30 Millionen Euro sind „eindeutig zu niedrig gegriffen“, sagt der WKÖ-General.

Den Familienzeitbonus — Väter können 31 Tage zu Hause bleiben und 700 Euro Kindergeld beziehen, sofern der Arbeitgeber zustimmt — haben übrigens im Vorjahr bis September 7338 Personen genützt, bei rund 90.000 Geburten insgesamt.