Robert Forster: Inferno (Indigo)

„In Bewegung — eine meiner bevorzugten Daseinsformen“, schreibt Robert Forster am Schluss des „Berlin-Tagebuchs“ zur Entstehung seines neuen Albums. Auch „Inferno“ wird also wohl Durchgangsstation bleiben in einer Karriere, die vor gut 40 Jahren in Australien mit der Gründung der phänomenalen Indiepop-Band The Go-Betweens begann und mal hierhin, mal dorthin führt. Und doch ist die neue Platte ein ganz besonderes Forster-Werk.

Selten seit dem Ende der Go-Betweens, die er nach dem Tod des zweiten Songwriters Grant W. McLennan 2006 auflöste, klangen seine Lieder so stilsicher und entspannt wie auf diesem siebenten Soloalbum. Man hört den Stücken an, dass der 61-Jährige sich in seiner teilweise neuen Band (die er „The Magic Five“ nennt) und seinem Songmaterial „sauwohl“ fühlte. Der mit einer eher spröden Stimme ausgestattete Forster singt durchgehend so gut wie noch nie.

Einige der besonders zärtlichen Lieder wie „The Morning“, „Life Has Turned A Page“ oder „I’ll Look After You“ erinnern an sein Meisterwerk „The Evangelist“ (2008). Auch die luftige Produktion des australischen Indie-Routiniers Victor Van Vugt hat Anteil daran, dass man Forsters „Inferno“ eher als paradiesische Verlockung empfindet. In Österreich erlebt man Forster in den kommenden Monaten aber auch: Am 10. und 11. Mai gastiert er für Konzerte in Wien und Linz.