Robert Harris: Der zweite Schlaf

In eine mittelalterliche Welt führt Bestsellerautor Robert Harris in seinem neuen Roman „Der zweite Schlaf“: Der junge Priester Christopher Fairfax ist 1468 auf dem Weg in ein abgelegenes Dorf.

Der dortige Geistliche ist tödlich verunglückt, und Fairfex soll den Trauergottesdienst leiten. Zwar sind die Lebensbedingungen der Menschen primitiv, ärmlich und schmutzig, aber dem verstorbenen Priester gehörte eine exquisite Bibliothek, die das Gerücht bestätigt, der alte Pfarrer sei ein Ketzer gewesen. Fairfax weiß, dass es einmal einen kompletten Zusammenbruch der Gesellschaft gegeben hat, auf den jahrzehntelanges Chaos folgte.

Nach einiger Zeit hatte es dann unter strenger Führung der Kirche einen gesellschaftlichen Neustart auf niedrigem Niveau gegeben. Dazu gehörte auch eine veränderte Zeitrechnung. Anstatt in der Vergangenheit spielt „Der zweite Schlaf“ also in der Zukunft. Fairfax macht sich daran, die Todesumstände des alten Priesters aufzuklären. Daneben hofft er herauszufinden, was an den Geschichten aus den alten Büchern wahr ist.

Gemeinsam mit ihm erfahren die Leser, wie der Zusammenbruch der Gesellschaft im 21. Jahrhundert zur Katastrophe führte: Auslöser war ein allgemeines Technikversagen. Der Roman spielt mit der Idee, welche langfristigen Folgen eine solche Katastrophe haben könnte. Ein spannendes Roman, das immer wieder neue und überraschende Wendungen ins Spiel bringt.

Robert Harris: Der zweite Schlaf. Heyne Verlag, 416 Seiten, 22,70 Euro

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