Roman Markus: Dings oder Morgen zerfallen wir zu Staub

Der Zeitpunkt, den Roman „Dings oder Morgen zerfallen wir zu Staub“ von Roman Markus zu lesen, könnte definitiv nicht besser sein. Es ist die Geschichte eines heißen Sommers in Wien, mit viel Bier und Langeweile, etwas Liebeskummer und neuer Verliebtheit.

Im Mittelpunkt steht ein unauffälliger junger Mann. Der Dings. Der in Klagenfurt geborene und in Wien lebende Autor schafft es gut, einen Sound zu etablieren, der ein Lebensgefühl zwischen „Alles ist möglich“ und „Nichts geht mehr“ beschreibt und damit ständig um eine Leerstelle kreist.

Dings verliert seinen Job, seine Freundin Doreen geht nach Berlin und mit ihr verliert er auch seine Bleibe. Zwei Menschen werden somit die wichtigsten Lotsen aus diesem Lebenstief: Freund JC, der zwar auch ein Alkoholproblem, aber dafür tausend Pläne hat, und Dings einen Job als Filmvorführer im alten Kino eines Abbruchhauses verschafft, sowie Jo, eine Skaterin, die ihm begegnet und buchstäblich mitreißt. Aus dieser Sommerliebe macht Roman Markus viel.

Was ihm weniger gut gelingt, ist die Wahl der Zeit, in der sein Roman spielt: knapp nach dem Mauerfall. Markus, Jahrgang 1991, versucht sich also in eine Zeit zu versetzen, als die Welt gehörig in Bewegung geriet. Wirklich überzeugend wirkt diese Zeitreise allerdings nicht. Immerhin gelingt Markus dafür ein mehr als filmreifes Finale.

Roman Markus: Dings, Droschl Verlag, 232 Seiten, € 22

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