Rote Billigstpacht am Attersee hat Land heuer um 165.000 € gebracht

Hattmannsdorfer sieht „moralischen Betrug am Steuerzahler“

An heißen Tagen wie diesen ist der kühlende Attersee eine gute Adresse. Dass sich die Sozialistische Jugend nach wie vor weigert, für ein Seegrundstück in Weißenbach eine ortsübliche Pacht zu zahlen, sorgt weiter für heiße Debatten.
An heißen Tagen wie diesen ist der kühlende Attersee eine gute Adresse. Dass sich die Sozialistische Jugend nach wie vor weigert, für ein Seegrundstück in Weißenbach eine ortsübliche Pacht zu zahlen, sorgt weiter für heiße Debatten. © OÖ Tourismus

„Das Europacamp liegt in einer reizvollen Umgebung, am Südufer des Attersees. Wir verfügen über einen der schönsten Strände am Attersee“, kann man auf der Homepage des Europacamps lesen. Was dort nicht steht: Die Sozialistische Jugend hat das 37.373 Quadratmeter große Areal vom Land Oberösterreich bis zum Jahr 2050 gepachtet — und zahlt dafür im Jahr zehn Euro „Anerkennungszins“, wie es in einem Bericht des Landesrechnungshofes (LRH) heißt. Dieses „aktuelle Entgelt“ stelle „augenfällig keinen angemessenen Pachtzins für eine gewerblich genutzte Liegenschaft mit einem Verkehrswert von über einer Million Euro dar“, so der LRH.

Dessen im Vorjahr ausgesprochene Empfehlung, „die Situation zu sanieren“, stößt bei der roten Parteijugend aber auf kein Gehör. Während die Junge ÖVP für ein Areal in St. Lorenz am Mondsee umgehend einer Vertragsänderung zugestimmt hat, schalten die jungen Sozialisten auf stur und beharren auf dem bis 16. Oktober 2050 laufenden Vertrag. Es kümmert die SPÖ auch nicht, dass laut LRH ein derartiger Vertrag seit dem Jahr 2012 eine „unzulässige Parteispende“ darstellt.

Die Billigstpacht für „einen der schönsten Strände am Attersee“ ist aus Sicht von OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer nichts anderes als „moralischer Betrug am Steuerzahler“. Denn, so rechnet er im VOLKSBLATT-Gespräch vor: Alleine heuer seien dem Land OÖ — also der Allgemeinheit — 165.000 Euro Pacht entgangen, weil kein ortsüblicher Preis bezahlt wird. „Dass die SPÖ weiterhin stur auf ihren Polit-Privilegien beharrt und eine angemessene Pacht verweigert, sorgt für massives Kopfschütteln“, sagt Hattmannsdorfer.

In den Sonntagsreden betone man „immer die Solidarität, aber man nutzt selbst jedes Privilegienschlupfloch für ein Seegrundstück zu Schleuderpreisen, während jeder andere Campingplatz-Benutzer ortsübliche Preise zahlen muss“. Und, so der OÖVP-Geschäftsführer weiter: „Die SPÖ muss sich fragen, ob sie sich mit ihrer Vorgangsweise noch in den Spiegel schauen kann“ — zumal diese Polit-Privilegien „nicht der neue politische Stil sind“. Er hoffe, dass die SPÖ „endlich zur Vernunft kommt und in der neuen Zeit ankommt“, sagt Hattmannsdorfer.

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