Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Rotes Dilemma

Die EU-Wahl ist geschlagen, das Ergebnis zeigt vor allem eines — der von der ÖVP eingeschlagene Kurs wurde von den Wählerinnen und Wählern honoriert, während es für die SPÖ ein blaues Auge gab, während das Ergebnis der FPÖ wohl unterhalb der blauen Schmerzgrenze liegt.

Das ist natürlich auch im Hinblick auf den heutigen Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz von Bedeutung. Denn die Kanzler-Stürzer wissen nun, dass sie ihr Vorgehen umso schwerer rechtfertigen können.

Die FPÖ kann sich zwar immer noch auf Rachegefühle ausreden, bei der SPÖ indes ist die Sache jetzt noch diffiziler. Fix ist in Bezug auf die Roten nur eines: Im Vergleich zu ihrem Schlingerkurs ist die Großglockner-Hochalpenstraße eine Gerade.

Das große Dilemma der SPÖ, dass die Partei nicht geschlossen hinter Pamela Rendi-Wagner steht, wird nach der EU-Wahl nicht kleiner. Die Aussage von Hans-Peter Doskozil dass ein Ja zum Kanzler-Misstrauen „insbesondere mit Blick auf die Parteiinterna richtig“ sei, sagt eigentlich alles. Bleibt abzuwarten, ob die SPÖ aus dieser Sackgasse heute noch herausfindet.

„Wenn Kurz gestürzt wird, ist das die Tat einer rot-blauen Verlierer-Allianz.“

Aber, egal, was im Nationalrat passiert — wenn Kanzler Kurz gestürzt wird, ist das die Tat einer rot-blauen Verlierer-Allianz.

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