Rückkehr der Wildkatze nach Österreich durch Genanalyse bestätigt

Regelmäßige Funde und Sichtungen zeigen, dass sich die Europäische Wildkatze wieder in Österreich ansiedelt: In Niederösterreich und Kärnten konnten zwei Tiere durch Genanalyse nun sicher als Wildkatze bestätigt werden, konkrete Hinweise gab es auch in weiteren Bundesländern, berichten Naturschutzbund und die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) am Mittwoch über das vermeintlich verschollene Tier.

In einem gemeinsamen Monitoring-Projekt in Niederösterreich wurden zuletzt zahlreiche Fotofallenbilder erstellt, die meisten davon im niederösterreichischen ÖBf-Forstrevier Weißenkirchen in der Wachau, hieß es.

„Seit zehn Jahren engagieren wir uns für die Rückkehr der Wildkatze in unsere Wälder“, sagte ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager, man freue sich daher über stichhaltige Nachweise. Die rund 40 Fotos, die von Jänner bis Mai erstellt wurden, gelten als „C2-Nachweise“, die das abgebildete Tier ausschließlich aufgrund äußerlicher, phänotypischer Merkmale als Wildkatze einstufen.

Mit Hilfe von sogenannten Lockstöcken – mit Baldrian bestrichene Holzpflöcke, an denen sich die Katze reibt – wurden zusätzlich auch Haarproben der scheuen Tiere gewonnen. „Wir hoffen, dass sich anhand der noch folgenden genetischen Untersuchungen die Haarproben als C1-Nachweise entpuppen“, sagte Naturschutzbund-Präsident Roman Türk. Als Lebensraum bevorzugen Wildkatze reich strukturierte und naturnahe Laub- und Mischwälder, die ausreichend Versteckmöglichkeiten und Platz für die Mäusejagd bieten.

Im Kärntner Rosental wurde Ende 2019 eine wildfarbige Katze überfahren und die Koordinations- und Meldestelle informiert. Eine genetische Untersuchung bestätigte hier, dass es sich um eine Wildkatze handelte. Auch im Bundesforste-Revier Hermagor gelang heuer bereits eine Sichtung, bei der aussagekräftige Bilder entstanden.

Relativ neu auf der „Wildkatzenlandkarte“ Österreichs sei indes Vorarlberg, wo erstmals 2018 Fotos aus einer Wildkamera, auf eine Rückkehr schließen ließen. 2019 und 2020 bekam die Koordinations-und Meldestelle weitere C2-Hinweise in Form von Bildern, inzwischen warten Lockstöcke auf Haare für die genetische Bestätigung.

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