„Ruf der Wildnis“ als befremdliches Erlebnis

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„Wolfsblut“ ist ein Klassiker von Jack London — die Geschichte eines Schlittenhundes im Alaska der Goldgräberzeit, wo der Autor ganz nahe bei seinem Buck bleibt (halb Bernhardiner, halb Schäferhund) und die Abenteuer und Erfahrungen aus seiner Perspektive erzählt. Ein Tierfilm, wie für Disney gemacht, und man entschloss sich für „Ruf der Wildnis“, Natur und Menschen echt sein zu lassen und die Tiere mittels „CGI“ (Computer Generated Imagery) dazu zu kopieren.

Das geht, man merkt faktisch keine Schnittstellen. Man merkt nur eines, und das ist die Krux dieses Filmes von Regisseur Chris Sanders, der mehr von Animation versteht als von Echtheit: Buck, der ein Wundertier ist und jede Sekunde alle Herzen stiehlt, ist einfach nicht echt. Mimik (!) und Körpersprache tun das, was man Disney immer vorgeworfen hat: die Vermenschlichung der Tiere. Kunststück, wurde Buck auch von einem Menschen (!) gespielt — und dann quasi „auf Hund übersetzt“. Das lässt den Kinobesucher immer wieder befremdet zurück … nein, nein, nein, es stimmt nicht.

Die Geschichte mit ihrer Härte in der Welt von Schnee und Eis, wo die Männer dem Goldrausch verfielen, ist dramatisch und vielfach auch grausam hart. Buck muss leiden, kämpft und bewährt sich, bis ihm das große Glück begegnet. Harrison Ford kommuniziert als alter, weiser, liebenswerter Mann auf Augenhöhe mit Buck, wie mit einem Kameraden — und das so großartig, dass der Film wenigsten eine „echte“ Leistung hat, an die man sich halten kann. Nicht, dass „Ruf der Wildnis“ nicht sehenswert wäre. Aber muss in unserer Welt der permanenten Täuschungen das Echte immer hintanstehen?

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