Run auf Gymnasien ungebrochen

AHS-Direktorensprecherin mit Plädoyer für objektive Aufnahmekriterien

Schule

In den Städten drängen seit Jahren immer mehr Kinder nach der Volksschule in die AHS. Die Corona-Pandemie scheine diesen Trend weiter zu verstärken. „In den Ballungsräumen wird der Run aufs Gymnasium in allen Bundesländern größer“, so die Sprecherin der AHS-Direktoren Isabella Zins.

Auch der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) schließt einen Corona-Effekt nicht aus. Er warne schon länger davor, dass sich Mittelschulen in den Zentralräumen zu „Restschulen“ entwickeln und in der AHS eine undifferenzierte Gesamtschule entstehen könnte.

Gibt es an einer AHS mehr Bewerber mit Gymnasialreife als freie Plätze, werden die Schüler nach Kriterien wie Zeugnisnoten, Wohnortnähe oder Schulbesuch eines Geschwisterkinds gereiht. Reicht das nicht, müssen Direktoren laut Zins allerdings teilweise auch Kinder mit lauter „Sehr gut“ im Zeugnis abweisen, ohne die Qualität dieser Noten beurteilen zu können.

Eignung testen

„Das ist ein bedenklicher Trend — das schadet dem Gymnasium und das schadet den Mittelschulen“, warnt sie. Volksschullehrer sollten deshalb die Entscheidung über die AHS-Reife nicht alleine tragen müssen, plädiert die Direktoren-Sprecherin für die Einbeziehung objektiver Leistungsmessungen wie der Informellen Kompetenzmessung (IKM) oder etwa in Salzburg erprobter Checks, die die Eignung der Kinder fürs Gymnasiums erheben sollen.

Das derzeitige Verfahren sei für die AHS-Direktoren ein Blindflug und das sei unfair für alle Beteiligten, beklagt Zins. Bei der Schulwahl müsse das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen.

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In ländlichen Gebieten ist all das übrigens kaum Thema. Dort seien auch trotz Corona bei den AHS-Anmeldungen „keine Unterschiede oder sogar gegenteilige Effekte merkbar“, so Zins.

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