Runde Geburtstage und schwimmende Betten

    Jubiläumsausstellung 10 Jahre Galerie Schloss Parz mit den Künstlern Manfred Hebenstreit und Suzanne Levesque

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    LH Thomas Stelzer mit Manfred Hebenstreit
    LH Thomas Stelzer mit Manfred Hebenstreit. © Heidenberger

    Von Eva Hammer

    Zehn Jahre besteht die Galerie in Schloss Parz. Brechend voll war die Jubiläumsmatinee am Sonntag. Jacinta M. Mössenböck und ihr Bruder Laurenz Pöttinger boten in mehr als 60 Ausstellungen immerhin 150 künstlerisch herausragenden Persönlichkeiten Raum, ihre Werke zu präsentieren. Zum Wasserschloss führt eine (in Bad Ischl) ausgediente Eisenbrücke, für Parz saniert von Pöttinger. Schwimmende Betten unter der Brücke irritieren das Publikum schon beim Eingang, sofort verständlich hingegen Pöttingers Anspielung, dass man alte Eisenbrücken mit entsprechendem Fachwissen sehr wohl instand setzen könne.

    Geprägt von den Urvätern der Moderne

    „Künstlerische Kreativität wird den Menschen immer vor die Maschinen stellen — sie ist, was uns ausmacht und zu Menschen macht“, spricht LH Thomas Stelzer zum Anlass. An seiner Seite LH a. D. Josef Pühringer, Ehrengast Franz Welser-Möst, die ausstellenden Künstler Suzanne Levesque und Manfred Hebenstreit sowie eine Elite aus Wirtschaft, Kunst und Kultur.

    Florian Steininger, Leiter der Kunsthalle Krems, kuratierte die Jubiläumsausstellung „60:10“. Der Titel folgt aus der zweiten runden Zahl, dem 60. Geburtstag des Künstlers Manfred Hebenstreit. Während seine jungen wilden Arbeiten aus den Achtzigern geprägt sind von den Urvätern der Abstraktion — Pollock und Kandinski —, findet er in den neuen Werken zu einer persönlichen malerischen Freiheit & Leichtigkeit. Die Schwingungen in den atmosphärisch sanften Landschaftsbildern entstehen aus der Essenz von charakteristischen Formen und Farben der jeweiligen Region. Träumerisch gibt er sich den Lichtstimmungen hin.

    Die neue Schiene „Parz One“ bietet auch jungen Künstlern eine Plattform. Die schwimmenden Betten dechiffriert die in New York lebende Suzanne Levesque (* 1983) mit ihrer Rauminstallation. Das Bett steht als Metapher für sämtliche Bewusstseinsebenen. Ihr Innen- und Außenraum belebendes Kunstwerk erzählt eine universelle Geschichte von Geburt bis Tod. Der Schlafplatz als Ort für schönste Erlebnisse und grausamstes Leid. Mit medizinischer Akribie untersucht sie den menschlichen Körper, beherrscht die Malerei im Stil der alten Meister. Abstrahierend nimmt sie den Gestalten Geschlecht und Alter weg. Wie Überbleibsel aus dem Leben wirken Gegenstände, Bilder, Skulpturen und Grafiken. Jedes Einzelteil fasziniert, Gänsehaut hinterlässt freilich das Gesamtkunstwerk.

    Ausstellungsdauer: bis 19. November; Sa. u. So. von 14 bis 17 Uhr.