Es ist noch zu früh für russisches Roulette

Österreich braucht gegen Bosnien Sieg, selbst der könnte für Platz eins aber zu wenig sein

Marko Arnautovic, David Alaba und Aleksandar Dragovic (v.l.) sind im Rückspiel gegen Bosnien am Donnerstag in Wien voll gefordert.
Marko Arnautovic, David Alaba und Aleksandar Dragovic (v.l.) sind im Rückspiel gegen Bosnien am Donnerstag in Wien voll gefordert. © APA/Hochmuth

Von Christoph Gaigg

Ein Überblick über die möglichen Szenarien, die dem ÖFB-Team in der Nations League intakte Chancen auf den Gruppensieg, oder das vorzeitige Aus bescheren können.

„Ziel ist es nach wie vor, die Gruppe zu gewinnen“, gab ÖFB-Präsident Leo Windtner vor den beiden abschließenden Gruppenspielen in der Nations League gegen Bosnien-Herzegowina und in Nordirland eine klare Marschroute vor. Dafür sind zwei Siege notwendig, wobei selbst die zu wenig sein könnten.

So hält Österreich die Chance am Leben

  • Im Heimspiel gegen die Bosnier am Donnerstag in Wien (20.45, live ORF eins) muss das 0:1 aus dem Hinspiel zumindest egalisiert werden, da bei Punktegleichheit zuerst das direkte Duell zählt. Das heißt:
  • Bei jedem Remis und bei jeder Niederlage ist Österreich draußen.
  • Bei jedem Sieg mit nur einem Tor Unterschied (außer 1:0) ist Gruppenplatz eins ebenfalls futsch, weil dann die Auswärtstore für Bosnien sprächen.
  • Bei einem 1:0 wäre das direkte Duell exakt gleich, es käme die Tordifferenz zum Tragen. In diesem Fall müsste am Sonntag in Belfast ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied (außer 2:0) her. Drei Treffer wären also definitiv Pflicht.
  • Bei jedem vollen Erfolg mit zwei Toren Unterschied ginge der direkte Vergleich an die ÖFB-Equipe, der damit jedes siegreiche Resultat in Nordirland zum Gruppensieg reichen würde.

Die Null sollte gegen die Bosnier also unbedingt stehen, weshalb man wohl nicht auf Teufel komm raus angreifen wird. „Wichtig ist es einmal, drei Punkte zu holen. Dann können wir noch immer in Belfast russisches Roulette spielen“, sagte Aleksandar Dragovic, der nach dem Ausfall von Sebastian Prödl wohl in der Startelf stehen wird. „Wir müssen Tore machen und probieren, keines zu bekommen“, ergänzte Marko Arnautovic. Wenn es doch nur so einfach wäre.

Kapitän kehrt zurück

Denn Gegner Bosnien hat heuer unter Teamchef Robert Prosinecki nur ein Spiel verloren — mit einer B-Elf in Mexiko (0:1). Dementsprechend groß ist das Selbstvertrauen: „Sie wissen, dass sie einen Erfolg brauchen und werden wahrscheinlich auf Angriff spielen. Aber wir haben genug Qualität, um das Ergebnis zu erreichen, das uns Platz eins bringt“, sagte Prosinecki.

Österreich baut auch auf die Rückkehr von Kapitän Julian Baumgartlinger, der zuletzt von Marko Arnautovic vertreten worden war. Der zeigte sich froh über das Comeback des Leverkusen-Legionärs: „Er ist eine Persönlichkeit, es ist einfach der Motor. Jeder schätzt ihn als Kapitän.“