Russland bei Neuinfizierten-Anzahl erneut fünfstellig

Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 200.000 überschritten. Erneut kamen am Sonntag mehr als 11.000 Infektionen mit dem Coronavirus hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Mehr als die Hälfte davon entfielen auf die Hauptstadt Moskau, wo seit mehr als einem Monat strenge Ausgangssperren gelten. Die Gesamtzahl an Infektionen liegt nun bei 209.688.

Das flächenmäßig größte Land der Erde verzeichnet damit einen sehr starken Anstieg der Infektionszahlen. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt es bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen auf dem fünften Platz hinter den USA, Spanien, Italien und Großbritannien.

Trotz der massiven Zuwächse soll an diesem Dienstag das Arbeitsleben in Russland in vielen Bereichen wieder starten. Dann endet offiziell die von Kremlchef Wladimir Putin vor mehr als einem Monat angesetzte arbeitsfreie Zeit. In Moskau etwa dürfen Baustellen und Industriebetriebe wieder öffnen. Geschäfte bleiben aber geschlossen. Zudem gilt in der größten Stadt Europas eine Handschuh- und Schutzmaskenpflicht in Verkehrsmitteln.

Die Zahl der Toten in Russland wurde mit 1.915 angeben – ein beispiellos niedriger Wert im Vergleich zu anderen schwer betroffenen Ländern. Mediziner hatten dies damit erklärt, dass auf den Sterbeurkunden andere Todesursachen wie etwa eine Lungenentzündung angegeben würden. Demnach werden nur eindeutige Covid-19-Todesfälle als solche gelistet. 34.306 Menschen galten als genesen.

In Italien wurden für ein 24-Stunden-Fenster am Sonntag 165 Coronavirus-Todesopfer gemeldet. Das sind 29 weniger als am Vortag. Die Zahl der Gestorbenen stieg seit Beginn der Pandemie in Italien am 20. Februar auf insgesamt 30.560. Die Zahl der aktiv Infizierten sank von 84.842 auf 83.324, teilte der italienische Zivilschutz mit. 13.618 Covid-19-Erkrankte lagen noch in Italiens Spitälern. Davon befanden sich 1.027 Patienten auf Intensivstationen. In Heimisolation waren 68.679 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 105.186.

Die italienische Regierung hat unterdessen die Bedingungen verschärft, unter denen Mafia-Mitglieder aufgrund der Corona-Pandemie aus dem Gefängnis freikommen können. Ein in der Nacht auf Sonntag verabschiedetes Dekret sieht vor, dass die Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit einer Freilassung alle zwei Wochen neu überprüft werden muss.

Angesichts der großen Infektionsgefahr in Gefängnissen wurden in Italien in den vergangenen Wochen zahlreiche Strafgefangene vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt, darunter 376 Mafiosi und Drogenhändler. 456 weitere beantragten laut der Zeitung “Repubblica” ihre Freilassung. Unter den bereits aus der Haft Entlassenen ist auch der berüchtigte Boss der “Cosa Nostra”, der 78-jährige Francesco Bonura.

Mit 70 Corona-Toten in den vergangenen 24 Stunden hat Frankreich die niedrigste tägliche Todesrate seit Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen verzeichnet. Insgesamt seien seit Beginn der Epidemie 26.380 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit.

Am Wochenende sind die Werte allerdings häufig niedriger als unter der Woche. Häufig werden dann noch Tote nachgemeldet. Das gilt besonders für die Altenheime – deren Werte waren sowohl am Samstag als auch Sonntag sehr niedrig.

Ab Montag dürfen die Menschen im Land wieder ohne Passierschein und triftigen Grund vor die Tür gehen, Sport oder Spaziergänge sind nicht mehr örtlich und zeitlich begrenzt. Die Geschäfte sollen wieder öffnen – Restaurants und Bars bleiben aber zu. Auch die Schulen öffnen schrittweise wieder für einige Jahrgänge, ebenso die Krippen. Im Nah- und Fernverkehr gilt Maskenpflicht. Wer sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort fortbewegen möchte, braucht weiterhin eine Bescheinigung und darf dies nur aus dringenden familiären oder beruflichen Gründen. Auch die Einreisebeschränkungen nach Frankreich bleiben noch mindestens bis zum 15. Juni bestehen.

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