Russland erwägt Kauf von Sberbank-Anteil der Zentralbank

Die Pläne der russischen Regierung, die Finanzgruppe Sberbank aus der Zentralbank herauszulösen, werden offenbar konkreter. Die Regierung wolle Gelder aus dem Staatsfonds NWF nutzen, um den Anteil an der größten Bank Russlands von 50 Prozent plus einer Aktie aufzukaufen, der bei der Zentralbank liege, sagten zwei Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Wie viel die Regierung dafür bezahlen würde, ist offen. An der Börse ist der Anteil rund 2,8 Billionen Rubel (etwa 40,5 Milliarden Euro) wert. Finanzminister Anton Siluanow hatte am Dienstag erklärt, man diskutiere in der Regierung darüber, ob der Sberbank-Anteil weiter bei der Zentralbank liegen sollte. Hintergrund ist ein möglicher Interessenskonflikt, da die Notenbank Anteile an Geschäftsbanken besitzt, die sie qua Amt auch überwacht. Auch ist zwischen Zentralbank und Finanzministerium strittig, wie die Dividenden zwischen Zentralbank und Staatshaushalt aufgeteilt werden. Die Sberbank hat 2019 rund 5,2 Milliarden Euro Dividende ausgeschüttet.

Wie ist Ihre Meinung?