Russland will nach Leck im Kraftwerk Umweltschäden eindämmen

Nach dem Ölleck in einem Kraftwerk am Nordpolarmeer versuchen Russlands Behörden die Umweltschäden in den Böden und Gewässern der Region einzudämmen. Zur Beseitigung der riesigen Dieselmengen von mehr als 20.000 Tonnen Brennstoff habe er bereits spezielle Einsatzkräfte in die Region geschickt, sagte der Zivilschutzleiter Jewgeni Sinitschew am Donnerstag in Norilsk.

“Die wichtigste Frage ist jetzt, wie wir das Leck beseitigen. Ich denke, wir haben eine Lösung gefunden.” Details nannte er nicht. Präsident Wladimir Putin rief zuvor den nationalen Notstand aus.

Die Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace gehen jedoch davon aus, dass Absperrungen nur einen kleinen Teil des Brennstoffes abfangen können. “Man muss davon ausgehen, dass fast der ganze ausgelaufene Diesel in der Natur bleiben wird”, sagte Wladimir Tschuprow von Greenpeace. Er schätzt, dass sich die Umweltschäden alleine in den Gewässern auf mehr als sechs Milliarden Rubel (rund 91,4 Millionen Euro) belaufen könnten.

Im Hohen Norden Russlands liefen Ende Mai in einem Werk des Nickelherstellers Nornickel (Norilsk Nickel) mehr als 20.000 Tonnen Diesel aus. Der Brennstoff lief zum größten Teil in die umliegenden Gewässer, besonders der Fluss Ambarnaja ist betroffen. Rund 5.000 Tonnen Diesel sollen im Boden versickert sein. Der Fluss mündet direkt in die Karasee, die Teil des Großen Arktischen Schutzgebietes ist. Umweltschützer warnen vor einer Gefahr für das sensible Ökosystem in der Arktis.

Putin hatte vorgeschlagen, die Lage mit chemischen Bindestoffen in Griff zu bekommen. Die Giftstoffe im Boden werden dabei mit speziellen Mitteln herausgefiltert und dann in einem eigenen Depot gelagert. Spezialisten nahmen diese Arbeit bereits auf.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete weitere Untersuchungen ein. Der Kraftwerksleiter wurde festgenommen. Putin kritisierte, dass die Behörden zu spät über das Ausmaß der Lage informiert hätten.

Die Umweltaufsicht betonte, dass der Einsatz von speziellen Ölsperren und Baumstämmen, die die Dieselmengen in den Gewässern auffangen, wirksam sei. “Wir glauben, sie sind zuverlässig genug, um die weitere Ausbreitung einzudämmen”, sagte Behördenleiterin Swetlana Rodionowa.

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