Russlands Präsident will neue Gespräche über Ölpreis führen

Russlands Präsident Wladimir Putin © AFP/Druzhinin

Nach der Einigung der Ölförderländer im Verbund OPEC+ über eine Kürzung der Produktion will Russlands Präsident Wladimir Putin neue Gespräche über Ölpreise führen.

Dies habe das Staatsoberhaupt nach Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und den politischen Spitzen in Saudi-Arabien am Freitag angekündigt, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS.

Die Staatengruppe OPEC+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells OPEC weitere Staaten wie Russland gehören, einigte sich auf eine Kürzung der Tagesproduktion um zehn Millionen Barrel (je 159 Liter). Dies entspricht etwa zehn Prozent des weltweiten Angebots. Die in einer langen Videokonferenz erzielte Einigung kann nach Angaben derOPECc aber erst in Kraft treten, wenn ihr auch Mexiko zugestimmt hat.

Der Ölpreis war in den vergangenen Wochen stark gefallen, zeitweise sogar auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Gründe sind die weltweit geringe Nachfrage nach dem Rohstoff wegen der Coronavirus-Pandemie sowie ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien.

Die Videokonferenz der OPEC-Länder, ihrer im Verbund OPEC+ zusammengeschlossenen Partner sowie weiterer Förderländer hatte am Donnerstagnachmittag begonnen und dauerte bis Freitagfrüh.

Laut der Vereinbarung soll die Produktion im Mai und Juni um die gewaltige Menge von zehn Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren werden – ein Barrel sind 159 Liter. Von Juli bis Dezember soll die Produktion dann um acht Millionen Barrel täglich unter dem derzeitigen Niveau liegen. Mexiko ist der einzige große Ölförderstaat, der an dieser Vereinbarung bisher nicht beteiligt ist.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Washington erklärt, die OPEC und ihre Partner stünden kurz vor einem „Deal“.

Der größte Knackpunkt in den Beratungen war laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Weigerung Mexikos, seinem Anteil an der Drosselung der Fördermenge zuzustimmen, welcher sich auf 400.000 Barrel pro Tag belaufen würde. Mexikos Energieministerin Rocío Nahle García erklärte im Onlinedienst Twitter, ihr Land habe eine Kürzung um 100.000 Barrel pro Tag vorgeschlagen.

Vereinbart wurde nach Angaben der OPEC auch eine weitere Telefonkonferenz am 10. Juni, bei der über „weitere Maßnahmen“ zur Stabilisierung des Ölpreises beraten werden soll.

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