Ryanair will viele Jobs streichen und kein Staatsgeld

Die Coronakrise hat die Flugbranche besonders hart getroffen, viele Jobs gehen verloren. Auch Ryanair-Chef Michael O’Leary hat für seine Mitarbeiter keine guten Nachrichten: Bei Ryanair sei im Winter ein Abbau von 10 bis 20 Prozent der Stellen “fast unvermeidlich”, sagte er im “Handelsblatt”. Staatsgeld will er nicht, auch nicht für die Tochter Laudamotion in Österreich.

Ryanair werde “wahrscheinlich deutlich länger als jede andere Airline” überleben, meinte der Ryanair-Chef in dem Interview (Freitagausgabe). “Wir sind mit fast 4 Milliarden Euro Cash in der Bilanz in diese Krise gegangen. Selbst wenn wir bis Ende des Jahres keine Umsätze haben sollten, haben wir noch ausreichend Geld, vor allem, nachdem in den meisten EU-Ländern Unterstützungsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld eingeführt wurden.”

Er rechnet aber damit, dass es eine Reihe anderer Fluggesellschaften gibt, die bis dahin nicht überleben. Dass Ryanair Staatshilfen in Anspruch nimmt, schließt der Airlinechef aus. Heftig kritisiert werden von O’Leary die Konkurrenzunternehmen: “Ich denke, dass Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air France die Covid-Krise nutzen, um sich mit unglaublich hohen Summen vom Staat zu bereichern.”

Wichtig sei, dass jegliche Unterstützung transparent ist und allen Airlines zugänglich wäre, findet der Rynair-Boss. “Das System des Kurzarbeitergelds, bei dem die Gehälter übernommen werden, ist da eine gute Maßnahme. Und es leuchtet mir nicht ganz ein, warum eine Airline noch Staatshilfen braucht, wenn sie Kurzarbeit nutzen kann. Die Flotten aller Airlines wurden stillgelegt. Und wenn der Staat dann die Gehaltszahlungen für die Mitarbeiter übernimmt, wofür braucht man dann noch Staatshilfen?” Auch bei Laudamotion gibt es, wie berichtet, sowohl in Österreich als auch in Deutschland Kurzarbeitsvereinbarungen.

Gerade der Fall der Lufthansa ist für O’Leary bemerkenswert: “Sie will Staatshilfe in Deutschland, Belgien, der Schweiz und Österreich, für Gesellschaften, die einen deutschen Eigentümer haben.” In Österreich finde gerade eine Debatte darüber statt, ob der österreichische Steuerzahler die Tochter eines deutschen Unternehmens unterstützen solle. Das sollte er nicht, findet der Ryanair-Chef. “Die Flugzeuge sind am Boden, die Gehälter werden bezahlt, es fallen keine Flughafengebühren an, keine Treibstoffkosten, keine Instandhaltung.”

Ryanair wird demnach auch keine Unterstützung für die österreichische Tochter Laudamotion haben wollen, bekräftigte der Manager auch im “Handelsblatt”: “Das schließen wir aus.”

Nach Schätzungen O’Learys wird der Flugverkehr nicht vor Juni wieder aufgenommen werden. “Aber wirklich normal dürfte das Leben für die Airline-Branche nicht vor Sommer 2021 werden”. Ein Ende der billigen Tickets sieht er nicht: “Wenn wir wieder fliegen dürfen, werden alle Airlines unter Druck stehen, ihre Flugzeuge zu füllen”.

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