S10-Weiterbau verzögert: Empörung über überzogene Umweltauflagen

Steinkellner: Kein Verständnis, wenn wegen Fledermäusen Entwicklung der Region verhindert wird – Kritik auch von Rainbacher Bürgermeister Lorenz

Derzeit endet die Mühlviertler Schnellstraße nördlich von Freistadt – bis zur Staatsgenze nach Wullowitz fehlen noch 15 Kilometer.
Derzeit endet die Mühlviertler Schnellstraße nördlich von Freistadt – bis zur Staatsgenze nach Wullowitz fehlen noch 15 Kilometer. © Asfinag

Eine Welle der Empörung in der Politik hat der VOLKSBLATT-Exklusivbericht über eine zeitliche Verzögerung beim Weiterbau der Mühlviertler Schnellstraße S10 ausgelöst.

Weil die Asfinag vorab Ersatzflächen für Feldermäuse und Schmetterlinge schaffen sowie Einbautensicherungen für die West-Austria-Gasleitung vornehmen muss, verschiebt sie der für Ende 2021, Anfang 2022 geplante Beginn der Hauptbauarbeiten auf 2023.

„Ich habe kein Verständnis für einzelne Autogegner, die mit allen juristischen Winkelzügen Tausenden Bürgern die Chance auf mehr Lebensqualität nehmen wollen. Weder die Bewohner des Bezirkes Freistadt noch ich sehen es ein, wenn wegen ein paar Fledermäusen die Entwicklung einer ganzen Region verhindert wird“, kritisiert Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner im VOLKSBLATT diese Sackgassen-Taktik.

Blockaden kosten viel Steuergeld

Bei allem Verständnis für den Schutz von Fledermäusen und Schmetterlingen dürfe dieser nicht über dem Interesse stehen, die Lebensqualität von tausenden von Bürgern zu verbessern, so der Landesrat. Bereits beim Westring führten diese Blockademanöver unterm Strich lediglich zu ausufernden Prozessen und Steuergeldverschwendungen“, betont Steinkellner.

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Ins selbe Horn stößt Günter Lorenz, Bürgermeister von Rainbach, dessen Bewohner durch das 7,2 Kilometer lange Straßenstück inklusive Umfahrung des Ortes vom ständig zunehmenden Verkehr entlastet werden sollen. „Speziell in unserer Gemeinde, in der viel gebaut wird und eine gute Entwicklung stattfindet, finde ich die Vorgehensweise der Umweltbehörden mittlerweile fragwürdig, ja sogar fahrlässig“, so der Ortschef zum VOLKSBLATT.

Wenn ein Projekt wieder einmal von Tieren verzögert oder gar gestoppt werde, gebe es keinerlei Verständnis mehr. Vielmehr würden hier Taktiken sichtbar, die ein Projekt verzögern oder so teuer wie nur möglich machen sollen, um einen Baustart weiter hinauszuzögern, ärgert sich Lorenz.

Aktuell endet die S10 nördlich von Freistadt, die Verkehrsfreigabe erfolgte Ende 2015. Laut Asfinag soll die Umfahrung Rainbach bis 2027 fertig sein, womit dann noch acht Kilometer bis zur Staatsgrenze nach Wullowitz fehlen würden. Wann der geplante Lückenschluss mit den Tschechen standfinden wird, steht derzeit noch in den Sternen.

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