Salvini leugnet Geldfluss von Putin

Italienisches „Ibiza-Gate“: Lega sieht sich wie FPÖ als Opfer

Vizepremier Salvini (im Bild 2018 bei einer Wirtschaftskonferenz in Moskau): Kein Rubel von Putin!
Vizepremier Salvini (im Bild 2018 bei einer Wirtschaftskonferenz in Moskau): Kein Rubel von Putin! © AFP/Solaro

Italiens Vizepremier Matteo Salvini bestreitet Geldflüsse aus Russland an seine rechtspopulistische Lega: „Wir haben keinen Euro, weder von Russland, noch von den USA, von China, Brasilien, oder Grönland angenommen“, so Salvini gestern.

Zuvor hatte das Online-Magazin „BuzzFeed“ ein Treffen zwischen Salvini-Vertrauten und russischen Vertretern im vergangenen Oktober in Moskau veröffentlicht. Salvini hielt sich zu dem Zeitpunkt tatsächlich dort auf. Einer der Teilnehmer des Gesprächs, von dem es eine Audioaufzeichnung geben soll, sei Salvinis früherer Pressesprecher Gianluca Savoini gewesen. Es soll darum gegangen sein, wie Millionen aus Russland verdeckt an die Lega geschleust werden können. Demnach sollte ein russischer Konzern Öl für 1,5 Milliarden Euro an die italienische ENI verkaufen. Ein Rabatt von 65 Millionen Euro sollte als Parteispende über Strohmänner an die Lega gehen, so der Plan. Die Rede ist auch vom Schmieden einer „großen Allianz“ europäischer Rechtspopulisten. In diesem Zusammenhang wird auch die FPÖ erwähnt.

Staatsanwalt ermittelt

Salvinis Dementi könnte sogar der Wahrheit entsprechen. Denn einen Nachweis, dass der besprochene Deal realisiert wurde, gibt es nicht. Savoini bestreitet außerdem, dass seine Stimme auf der Audio-Aufnahme zu hören sei. Nichtsdestotrotz hat die Mailänder Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Wie die FPÖ nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos ortet auch die Lega eine Verschwörung. Es sei seltsam, dass die Vorwürfe kurz nach Salvinis Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin vorige Woche in Rom veröffentlicht worden seien, so Savioni. Der Lega-Politiker Mario Borghezio sieht Ähnlichkeiten mit „Ibiza-Gate“, aber auch den Unterschied: Anders als der zurückgetretene Vizekanzler HC Strache im Video „spielt Salvini in der Audio-Aufnahme keinerlei Rolle“.

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