Salzburg greift im Rapid-Stadion nach dem Meisterteller

Für Red Bull Salzburg bietet sich am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF 1 und Sky) die erste Gelegenheit, die letzten Zweifel am neuerlichen Gewinn des Fußball-Meistertitels zu beseitigen. Bei einem Auswärtssieg gegen Rapid und einem Punkteverlust des LASK zwei Stunden zuvor in Hartberg wären die “Bullen” drei Runden vor Schluss quasi Champion. Das dritte Spiel bestreiten der WAC und Sturm Graz.

Bei genanntem Szenario hätten die zweitplatzierten Rapidler neun Punkte Rückstand und das um rund 40 Treffer schlechtere Torverhältnis. Auch der LASK wäre dann selbst theoretisch keine Gefahr mehr – außer, die Linzer bekommen vom Ständigen Neutralen Schiedsgericht noch einmal Punkte retour. Diese Entscheidung wird aber erst nach Saisonende erwartet.

Selbst wenn es noch einige Unwägbarkeiten gibt, so ist klar, dass Salzburgs siebenter Meistertitel in Folge mit einem Erfolg im Allianz Stadion unter Dach und Fach wäre. Trainer Jesse Marsch zeigte sich dennoch vorsichtig. “Uns ist bewusst, dass das Spiel von besonderer Bedeutung ist und wir einen wichtigen Schritt in Richtung Meistertitel machen können. Aber es wird, wie schon über die gesamte Saison, sicherlich wieder ein sehr enges Match mit vielen Zweikämpfen, mit sehr viel Intensität. Darauf müssen wir vorbereitet sein und dagegenhalten”, meinte der US-Amerikaner.

Die Vorstellung, dass Red Bull Salzburg ausgerechnet im Allianz Stadion den Gewinn des Fußball-Meistertitels so gut wie fix machen kann, ist für Rapid wenig verlockend. Daher hätte Trainer Dietmar Kühbauer nichts dagegen, wenn sein Team zumindest einen Punkt gegen die “Bullen” holt. “Wir wollen versuchen, dass wir es um drei Tage verschieben”, meinte der Burgenländer mit Blick auf eine mögliche Titelparty der Salzburger.

Die Statistik lässt die Hütteldorfer nicht wirklich auf ein Erfolgserlebnis hoffen. In den jüngsten 19 Pflichtspiel-Duellen gelang nur ein Sieg, die vergangenen fünf Bewerbspartien gegen Salzburg wurden allesamt verloren. Dazu kommt eine zumindest neun Spieler umfassende Ausfallsliste.

Die Mission des LASK, der in der Fußball-Bundesliga wieder an die Spitze klettern will, geht am Mittwochabend in Hartberg weiter. Unterstützung bekamen die Linzer durch das Bundesliga-Protestkomitee, das zwei der sechs abgezogenen Punkte wieder zurückerstattete. Nach diesem juristischen Teilerfolg will das Team von Trainer Valerien Ismael auf dem Rasen den nächsten sportlichen Sieg einfahren. Der LASK hat zuletzt den SK Sturm sowohl zu Hause als auch auswärts geschlagen und kommt daher mit Rückenwind wieder in die Steiermark. “Der zweite Sieg in Folge hat uns natürlich Selbstvertrauen gegeben, wir gehen daher extrem motiviert an diese Aufgabe heran”, meinte Cheftrainer Ismael.

Dagegenhalten wollen freilich die Oststeirer, die am Sonntag einen 1:0-Auswärtssieg bei Rapid bejubeln durften. Am 3. Juni bezwangen die Kicker von Trainer Markus Schopp den LASK auswärts mit 2:1, dabei habe man “ein sehr gutes Spiel gemacht und nicht nur mit Glück gewonnen”. Nun gelte es erneut, den Oberösterreichern alles abzuverlangen, sagte Schopp, dann sei wieder ein “sehr gutes Resultat” möglich. “Wir können das Spiel gegen Rapid sehr gut einordnen, wissen, was wir gut gemacht haben und was wir besser machen müssen.”

Für den Wolfsberger AC ist indes das Thema Europacup noch nicht erledigt, für Sturm Graz geht es hingegen eher um Schadensbegrenzung. Am Mittwoch treffen die beiden Clubs in Wolfsberg aufeinander, und nicht nur für WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer geht sein Team als Favorit in die Partie. Bei den Grazern fallen Stützen aus, darunter der verletzte Kapitän Stefan Hierländer. Auch die Rotsünder Bekim Balaj und Isaac Donkor stehen nicht zur Verfügung, womit mehr oder weniger große Umbauarbeiten in der Elf anstehen.

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