Salzburg im Liga-Endspurt gegen Sturm, Verfolger Rapid hofft

Red Bull Salzburg trifft am Sonntag (14.30 Uhr) im Meistergruppen-Endspurt der Bundesliga auf Sturm Graz. In der Merkur-Arena kommt es bewerbsübergreifend zum insgesamt fünften Saisonduell, zweimal siegte dabei Sturm. Der LASK spielt indes im Heimspiel gegen die WSG Tirol. Die Truppe von Thomas Silberberger darf frohen Mutes nach Oberösterreich reisen, die letzten beiden Duelle mit den Linzern hat man gewonnen. Im Anschluss (17.00 Uhr) empfängt Rapid Wien noch den WAC.

„Wir wollen Meister werden und wir brauchen vier gute Leistungen“, stellte Salzburg-Coach Jesse Marsch klar. „Wir haben zwei Mal in diesem Jahr gelernt, dass Graz eine gute Mannschaft ist und eine super Leistung abliefern kann“, lobte Marsch die Steirer. Vor der englischen Woche ließ der nach der Saison zu Leipzig abwandernde US-Amerikaner anklingen, dass er eher auf bewährte Kräfte vertrauen wird. „Unser Ziel ist, jetzt immer mit der stärksten Mannschaft zu spielen. Die Punkte sind wichtig“, betonte er. Ein Dreier am Sonntag, „dann ist Mittwoch ein Finale (gegen Rapid)“ – und womöglich eine Titelparty.

Sturm-Trainer Christian Ilzer meinte, dass Salzburg im Cup eine zu große Hürde gewesen sei. „Aber wir konnten uns heuer gut auf die Qualitäten der Salzburger einstellen. Wir müssen überzeugt ans Werk gehen und brauchen eine Topleistung ohne Fehler, denn diese nutzt Salzburg mit seiner Qualität“, sagte der Steirer, der dem kommenden Gegner zum Cup-Triumph gratulierte. Die Meisterschaftspause habe zuletzt gutgetan. „Die Spieler konnten Frische tanken, und in den freien Tagen wurden auch die Köpfe frei.“

Der LASK wartet in der Bundesliga seit vier Spieltagen auf einen vollen Erfolg. Den zuletzt im Cup-Finale unterlegenen Linzern droht das Szenario, am Ende der Saison womöglich mit leeren Händen dazustehen, wenn es so weitergeht. Im Heimspiel gegen die WSG soll nun eine Trendumkehr her. Bei beiden Teams stehen die Vorzeichen nicht günstig. Der bisher letzte LASK-Sieg war ein 2:1 gegen den WAC in der 24. Runde – der bis dato einzige des Tabellenvierten im Rahmen der Meisterrunde. Die WSG ist seit zwei Spieltagen ohne vollen Erfolg.

„Uns ist die aktuelle Situation natürlich sehr bewusst. Ich glaube, wir befinden uns derzeit in der schwierigsten Phase in dieser Saison“, wurde LASK-Trainer Dominik Thalhammer deutlich. Man müsse aber die Situation annehmen, um die Zukunft positiv beeinflussen zu können. Indes leckten die Tiroler in der zehntägigen Meisterschaftspause Wunden und tankten Kraft für das Saisonfinale. Gleich mehrere zuletzt angeschlagene Spieler, u.a. Kapitän Ferdinand Oswald, sollten in Pasching auf den Platz zurückkehren.

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Rapid kann am Sonntag im Kampf um Rang zwei in der Bundesliga wohl endgültig für klare Verhältnisse sorgen. Mit einem Heimsieg über den WAC müssten die Konkurrenten Sturm und LASK in den letzten drei Runden schon mindestens sieben Punkte auf die Hütteldorfer aufholen, um sich selbst zum Vizemeister zu küren – ein äußerst unrealistisches Szenario, wie auch Trainer Dietmar Kühbauer bestätigte. „Mit drei Punkten hätten wir den zweiten Platz komplett abgesichert, damit hätten wir unser Saisonziel komplett erreicht“, erklärte der 50-Jährige.

Der WAC knöpfte Red Bull Salzburg zuletzt durch ein 1:1 Punkte ab, wodurch Rapids Rückstand auf den Spitzenreiter „nur“ noch sechs Zähler beträgt. Die Hoffnung der Grün-Weißen, vielleicht doch noch den Meistertitel zu holen, ist klein, doch sie lebt. „Solange es rechnerisch möglich ist, werden wir nicht sagen, der Titelkampf ist erledigt. Aber dazu brauchen wir erst einmal Siege“, sagte Kühbauer.

WAC-Trainer Roman Stary glaubt, dass Rapid noch einigermaßen intensiv mit dem Meistertitel spekuliert. „Das ist sicher noch in ihren Köpfen, die theoretische Chance ist da. Dass sie vier Runden vor Schluss nur den zweiten Platz verteidigen wollen, kann ich mir nicht vorstellen. Das würde nicht dem Rapid-Geist entsprechen“, sagte der ehemalige Rapid- und Austria-Profi. Der fünftplatzierte WAC strebt eine Rangverbesserung an, um sich das Europacup-Play-off zu ersparen. „Wir haben noch die Chance auf Platz drei oder vier, und das wollen wir unbedingt schaffen“, betonte Stary.

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