Salzburg im Tal der Tränen: Champions League bleibt nur ein Traum

Es schien alles angerichtet für Red Bull Salzburg. Im elfen Anlauf in der Ära von Red Bull schien es endlich mit dem Einzug in die Champions League  klappen zu wollen. Nach dem 0:0 im Play-off-Hinspiel in Belgrad zog Österreichs Fußball-Serienmeister am Mittwoch gegen Roter Stern im eigenen Stadion vor 26.500 Zuschauern eine Stunde lang ein wirklich tolles Spiel auf und lag durch einen Doppelpack von Munas Dabbur (45. und 48./Elfer) auch 2:0 in Front.

Von Roland Korntner

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Doch binnen 77 Sekunden platzte der große Traum, kassierten die Mozartstädter nach zwei Unaufmerksamkeiten in der Abwehr durch Nabouhane (65./66.) den völlig überraschenden und unnötigen Ausgleich. Dabei blieb es trotz einer (verkrampften) Schlussoffensive mit einigen guten Möglichkeiten auch, weshalb die Serben aufgrund der Auswärtstorregel den Einzug in die Köngisklasse fixierten und die Salzburger ins Tal der Tränen stürzten. Den Bullen bleibt  (wieder einmal) die Europa League. In diesem Fall ein wirklich schwacher Trost!

„Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir hätten über weite Strecken ein großes Spiel gemacht, hätten trotz der beiden Gegentore gewinnen können“, stammelte Kapitän Andreas Ulmer in einer ersten Stellungnahme auf Sky. „Wir hätten das Weiterkommen verdient“, so der Oberösterreicher. In der Tat, denn schon in der ersten Hälfte hatten die Salzburger eine Vielzahl an Chancen. Vor allem durch Daka (10., 18.) und Haidara (14.).

Die erlösende Führung gelang dann praktisch mit dem Pausenpfiff Dabbur, der eine Flanke von Ulmer volley versenkte (45.). Und unmittelbar nach dem Seitenwechsel für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte, in dem er einen Elfer (nach Foul an Hannes Wolf) souverän verwandelte.

Doppelschlag brachte Serben in Millionenliga

Doch plöztlich brachten die Serben viel Hektik ins Spiel, nach einer Rudelbildung liefen sie heiß, wobei ein Roter-Stern-Akteur eigentlich Rot sehen hätte müssen. Aus dem Nichts dann der Anschlusstreffer – Wolf schlug den Ball nicht weg, ließ ihn sich am eigenen Strafraum von Degenek abnehmen und seine abgefälschte Flanke verwertete Nabouhane (65.). Nur 77 Sekunden später war er nach einer Freistoßflanke von Degenek erneut zur Stelle und schoss Roter Stern in die Millionenliga.

Denn die Schlussoffensive mit Chancen von Haidara (86.), Dabbur (92.) oder Ramalho (94.) brachte nichts mehr ein. „Es ist ein herber Schlag, es tut richtig weh, fühlt sich ganz beschissen an, weil es unser großes Ziel war“, so Marco Rose im Sky-Interview. Wie im Vorjahr (gegen Rijeka) scheitere seine Mannschaft ohne zu verlieren nur aufgrund der Auswärtstorregel.

P.S.: Die Auslosung zur Gruppenphase erfolgt am Freitag (13 Uhr).

 

Red Bull Salzburg – Roter Stern Belgrad Endstand 2:2 (2:0).

Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 26.500 (ausverkauft), SR Cakir (TUR). Hinspiel 0:0 – Roter Stern mit Gesamtscore 2:2 aufgrund der Auswärtstorregel weiter.

Tore: 1:0 (45.) Dabbur, 2:0 (48.) Dabbur (Elfmeter), 2:1 (65.) Ben Nabouhane,
2:2 (66.) Ben Nabouhane.

Salzburg: Stankovic – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Haidara, Samassekou, H. Wolf, X. Schlager (83. Prevljak) – Daka (69. Yabo), Dabbur

Roter Stern: Borjan – Stojkovic, Savic, Degenek, Rodic – Krsticic, Jovicic – Simic (37. Jovancic), Ben Nabouhane, Radonjic (81. Gobeljic)- Milic (49. Pavkov)

Gelbe Karten: Pongracic, X. Schlager, Dabbur bzw. Krsticic, Stojkovic, Pavkov