Salzburg in EL-Gruppe mit Leipzig, Rapid mit Villarreal

In der Gruppenphase der Fußball-Europa-League kommt es zu einem Duell der beiden Red-Bull-Clubs. Österreichs Meister Salzburg trifft in Gruppe B unter anderem auf den ebenfalls vom Getränkekonzern finanzierten deutschen Bundesligisten RB Leipzig. Rapid Wien misst sich unter anderem mit dem spanischen Topclub Villareal. Das ergab die Auslosung Freitagmittag in Monaco.

Die weiteren Gruppengegner der Salzburger sind Rosenborg Trondheim und wie bereits 2014 Celtic Glasgow. Rapid Wien bekommt es in Gruppe G neben Villarreal mit Spartak Moskau und den Glasgow Rangers zu tun. Erster Spieltag ist der 20. September, Salzburg startet gleich mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig. Die Gruppenphase läuft bis 13. Dezember.

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Salzburg und Leipzig verbindet eine gemeinsame Geschichte. Leipzig-Trainer Ralf Rangnick war einst Sportdirektor beider Clubs und hatte auch in Salzburg maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung. „Es ist immer speziell gegen deutsche Vereine, aber hier noch ein bisschen spezieller“, sagte Rangnicks früherer Assistent Christoph Freund, der nun die Rolle des Sportchefs in Salzburg bekleidet. „Man kennt sich, man spielt einen ähnlichen Fußball.“

Einst waren Salzburgs beste Spieler von Rangnick innerhalb des Konzerns von Salzburg nach Leipzig transferiert worden. Seit 2015 sind die Salzburger aber ein formell von Red Bull unabhängiger Verein, bei dem der Getränkehersteller nur noch als Hauptsponsor fungiert. Das machte es – nach einer Phase der Ungewissheit – auch möglich, dass beide Clubs trotz der Richtlinien zur Wettbewerbsintegrität in Europacup-Bewerben antreten dürfen. Die UEFA meldete nach der Auslosung am Freitag keine Bedenken an.

Mit Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Konrad Laimer spielen drei Österreicher für Leipzig, die auch schon für Salzburg die Schuhe geschnürt haben. „Natürlich ist die Partie gegen Salzburg eine besondere – für mich und sicherlich auch den einen oder anderen unserer Spieler“, meinte Rangnick. Um die Wettbewerbstauglichkeit müsse man sich keine Sorgen machen. „Beide Vereine wurden schon seit Jahren entflochten. Es werden zwei emotionale und brisante Spiele.“

Das gilt auch für seinen Salzburg-Kontrahenten Marco Rose. Der 41-Jährige stammt aus Leipzig, seine Familie lebt noch immer dort. „Ich darf nach Hause, auch schön. Ich komm‘ nicht so oft dahin, also freue ich mich“, erklärte Rose, betonte aber auch: „Es sind zwei separate Vereine. Leipzig geht ihren Weg, wir gehen unseren Weg.“ Natürlich würden die Clubs einige Dinge verbinden. „Da geht es aber hauptsächlich um die Spielidee. Für uns ist wichtig, dass wir uns mit einem Gegner auf Topniveau messen können.“

Nach dem bitteren Aus im Champions-League-Play-off gegen Roter Stern Belgrad will Salzburg nun in der Europa League an den Erfolgslauf der vergangenen Saison anschließen, der erst im Halbfinale von Olympique Marseille gestoppt wurde. „Es ist eine sehr attraktive Gruppe, sportlich sehr fordernd“, sagte Freund. „Das sind gute Vereine, Vereine mit Renommee“, ergänzte Rose. Leipzig, Deutschlands Liga-Sechster, qualifizierte sich am Donnerstag allerdings erst mit Mühe durch ein spätes Elfmetertor von Emil Forsberg gegen Sorja Luhansk für die Gruppenphase.

Dazu kommen die Meister aus Schottland und Norwegen. Mit Celtic hatten die Salzburger bereits 2014 in einer Gruppe die Klingen gekreuzt. Damals gab es unter Adi Hütter nach einem 2:2 zu Hause in Glasgow einen 3:1-Sieg. Rosenborg war einst Stammgast in der Champions League, seit 2007 waren die Norweger dort aber nicht mehr vertreten. Bekanntester Name ist der dänische Ex-Teamstürmer Nicklas Bendtner. In der Quali setzten sich die Trondheimer ebenso wie davor Salzburg gegen Shkendija Tetovo aus Mazedonien durch.

Im Lager von Rapid ist die Auslosung prinzipiell mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen worden. Die Hütteldorfer freuten sich im Großen und Ganzen über die prominenten Gegner Villarreal, Spartak Moskau und Glasgow Rangers, gaben aber auch zu, dass der Aufstieg in die K.o.-Phase ein schwieriges Unterfangen werden dürfte.

Die Gruppe sei „nicht nur touristisch interessant, sondern auch sportlich“, meinte Trainer Goran Djuricin. Besonders glücklich war der 43-Jährige über die bevorstehende Dienstreise in den Ibrox Park, der Heimstätte der Rangers. Auch Kapitän Stefan Schwab blickt dem Glasgow-Trip erwartungsvoll entgegen. „Das wird ein richtig cooles Duell. Wir freuen uns, in diesem Stadion einlaufen zu dürfen.“

Die Rangers sind 54-facher schottischer Meister, haben aber schwierige Jahre hinter sich. Nach einer Insolvenz mit rund 166 Millionen Euro Schulden wurde der Club in die vierte Liga zwangsversetzt – und sorgte im ersten Spiel der damaligen Saison mit 49.118 Zuschauern für einen Rekord für ein Viertliga-Match. Trainer der Rangers ist die ehemalige Liverpool-Ikone Steven Gerrard, der im Sommer zwölf neue Spieler geholt hat und so die Vorherrschaft des Erzrivalen Celtic brechen will.

Weniger groß war in Hütteldorf die Begeisterung angesichts des neuerlichen Aufeinandertreffens mit dem spanischen Club Villarreal, gegen den es vor drei Jahren in der Gruppenphase einen Heimsieg und eine Auswärtsniederlage gegeben hatte, was am Ende zu Platz eins reichte. „Villarreal hätte ich mir wirklich nicht gewünscht“, gestand Schwab und berichtete vom gemeinsamen Auslosungs-Schauen: „Als wir zu Villarreal gekommen sind, hat jeder geschimpft und an den Flug gedacht.“ Damals gestaltete sich der Landeanflug äußerst turbulent.

Villarreal, wegen der Vereinsfarben und nach einem Song der Liverpooler Kultband Beatles „Submarino Amarillo“ (gelbes U-Boot) genannt, ist der Favorit der Gruppe. Generell handelt es sich laut Schwab um eine „anspruchsvolle, ganz, ganz schwere Gruppe. Aber ich glaube, es ist etwas möglich für uns“.

Etwas zwiespältig fiel das Resümee von Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel aus. „Das sind klingende Namen und die Spieler hatten ihre Freude. Ich hätte es mir vielleicht etwas anders gewünscht“, meinte der Schweizer. „Aber es ist eine gute Plattform für die Spieler, sich zu zeigen.“