Salzburg: Neues Traumpaar für Festspiele

Lars Eidinger wird neuer Jedermann, Verena Altenberger gibt die Buhlschaft

Schauspieler Lars Eidinger
Schauspieler Lars Eidinger © APA/Georg Hochmuth

Lars Eidinger und Verena Altenberger sind das neue Traumpaar der Salzburger Festspiele: Eidinger wird 2021 die Rolle des Jedermann am Domplatz übernehmen. Der 44-jährige Berliner folgt auf Tobias Moretti, Altenberger als „Buhlschaft“ auf Caroline Peters.

Eidinger zählt zu den prominentesten deutschsprachigen Schauspielern der Gegenwart. Als Star des Berliner Schaubühnen-Ensembles war er Hamlet, Richard III. und Peer Gynt, auf der Kinoleinwand hat er sich ins Gedächtnis der Zuschauer ebenso eingeprägt wie in vielen Fernsehrollen.

2011 gab er in William Shakespeares „Maß für Maß“ sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. Sein Durchbruch auf der Kinoleinwand gelang Eidinger mit Maren Ades Beziehungsdrama „Alle anderen“ 2008 an der Seite von Birgit Minichmayr. Seine Filmografie ist seither lange und vielfältig.

„Ich hatte insgeheim immer gehofft, irgendwann für die Rolle des Jedermann angefragt zu werden, — und die Tatsache, dass ich mich damit nun in die Ahnengalerie der größten deutschsprachigen Theaterschauspieler einreihe, ist eine große Ehre, die mir zuteilwird. Ich bin dafür sehr dankbar. Es ist ein Lebenstraum, der in Erfüllung geht“, so Eidinger über den Jedermann.

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Bei seiner Interpretation der Rolle komme ihm eine Erkenntnis zu Hilfe, die er bei „Brechts Dreigroschenfilm“ gewonnen habe, nämlich, „dass die Räuber laut Brecht keinem romantisch verklärten Bild einer Gangsterbande entsprechen dürfen, sondern die Bürger selbst sind. Wir sind die Räuber. Jedermann.“

Von seinen Vorgängern hat er bisher nur Nicholas Ofczarek auf dem Domplatz und Tobias Moretti in der Aufzeichnung gesehen. Gert Voss war für ihn „der Größte“. Seine Buhlschaft Verena Altenberger kennt er vom Dreh zu David Schalkos Adaption von „M — Eine Stadt sucht einen Mörder“: „Ich glaube, dass man mit ihr sehr weit gehen kann, weil wir uns vertrauen.“

Viele Neubesetzungen

Und die beiden sind nicht die einzigen Neubesetzungen für den „Jedermann“ in der Inszenierung von Michael Sturminger, die bestehen bleibt, aber weiterentwickelt werden soll. So übernimmt Edith Clever, die zuletzt vier Jahre Jedermanns Mutter gespielt hatte, von Peter Lohmeyer die Rolle des Tod. Neue Mutter des Titelhelden wird Angela Winkler. Mavie Hörbiger wird als Teufel zu sehen sein, der damit zum ersten Mal weiblich wird. Auch „Jedermann“-Neu- linge kommen zum Zug: Anton Spieker (Jedermanns guter Gesell), Jörg Ratjen (armer Nachbar) und Mirco Kreibich (Schuldknecht, Mammon). An seiner Seite als Schuldknechts Weib steht mit Anna Rieser — lange am Landestheater Linz — eine weitere Salzburgerin. Die Werke werden vom gesamten Ensemble verkörpert und der Glaube von Kathleen Morgeneyer.

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