Salzburg startet bei Guimaraes in „Heimrevier“ Europa League

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Die Gruppenphase der Europa League ist für Red Bull Salzburg Champions-League-Trostpflaster wie Pflichtprogramm zugleich. Am Donnerstag (21.05 Uhr/live Sky) beginnt bei Vitoria Guimaraes quasi die Kür im „Heimrevier“: Mit sieben Teilnahmen sind die „Bullen“ gemeinsam mit Steaua Bukarest Rekordstarter. In Portugal ist man Favorit, auch wenn Trainer Marco Rose betont: „Wir sind gewarnt.“

Rose, der am Montag seinen 41. Geburtstag feierte, führte dabei nicht nur die „Spielstärke“, sondern auch die jüngsten Personalia des noch titellosen Traditionsclubs (1983/84 trainiert von Hermann Stessl) ins Treffen. „Guimaraes hat sich kurz vor Ende der Transferzeit nochmal verstärkt und vier neue Spieler geholt“, erklärte Rose. Einer davon, der 23-jährige Sebastian Rincon, sorgte am vergangenen Sonntag mit einem Treffer bei seinem Debüt für Vitorias 1:0-Sieg über Boavista Porto. Der Sohn der kolumbianischen Fußballlegende Freddy Rincon ist einer von 16 Legionären im 25-Mann-EL-Kader der Portugiesen, zwölf davon kommen aus Südamerika.

Weil die Truppe des portugiesischen Trainers Pedro Martins in der Gruppenphase gesetzt war, ist es der erste internationale Saisonauftritt Vitorias, das nach einer recht erfolgreichen Saison 2016/17 (Platz vier und Cupfinale) mit zwei Siegen und zwei Niederlagen etwas mühsam in die aktuelle Saison startete – derzeit ist man Siebenter. Richtig schwarz nimmt sich hingegen die Europacupserie von Salzburgs Gegner aus: 5 Niederlagen kassierte man in den jüngsten 7 Spielen. Für zwei davon war 2015/16 just Altach verantwortlich, das in der 3. EL-Qualirunde zuhause 2:1 und auswärts sogar 4:1 siegte.

Das alles ist für die Salzburger, die mit dem Heim-2:2 gegen Rapid ihrerseits nur eine mäßige Generalprobe hinlegten, kein Grund, den Kontrahenten zu unterschätzen. „Vitoria ist eine Mannschaft mit technisch starken Spielern und offensiver Ausrichtung“, erklärte Stürmer Fredrik Gulbrandsen, der mit seinen Kollegen im Norden Portugals freilich den Erfolg sucht. „Dennoch bleibt unsere Zielsetzung unverändert, denn wir wollen die Gruppenphase möglichst mit einem Sieg starten“.

Von einem Dreipunkter wollte Rose zwar nicht sprechen, seine gute Bilanz (nur eine Niederlage in 14 Spielen) will er aber weiter ausbauen. „Unser Ziel ist es, gut in die Gruppenphase einzusteigen – das heißt: Wir wollen in Guimaraes punkten“, stellte er vor dem Duell im rund 30.000 Zuschauer fassenden Estadio Dom Afonso Henriques klar.

Die magere österreichische Europacupbilanz gegen portugiesische Vertreter (5 Siege und 8 Remis in 32 Matches) würde dadurch freilich nur leicht verbessert. Von Salzburg darf in der siebenten EL-Gruppenphase jedenfalls einiges erwartet werden. Viermal schaffte man bisher den Sprung in die K.o.-Phase, zweimal (2009/10 ohne Punktverlust, 2014/15 mit fünf Siegen und einem Unentschieden) sogar als Gruppensieger.

Rose plagten vor dem Spiel vor allem in der Innenverteidigung kleinere Sorgen. Abwehrchef Paulo Miranda bestieg am Mittwoch zu Mittag zwar den Flieger, war aufgrund seiner Knieblessur aber zumindest fraglich. Weil Marin Pongracic verletzt ist und Igor nicht auf Salzburgs Spielerliste für die EL steht, könnte es damit an der Seite von Duje Caleta-Car zu einem „Bullen“-Debüt kommen. Sowohl der 19-jährige französische Neuzugang Jerome Onguene als auch Youth-League-Sieger Luca Meisl (18) traten die Reise an. Onguene kam beim 2:1-Sieg Lieferings über Kapfenberg am Dienstag in der ersten Hälfte zum Einsatz, Meisl stand nicht im Kader des Salzburg-Tochterclubs.

Zudem machte auch Stürmer Hwang Hee-chan die Reise wegen einer Oberschenkelverletzung nicht mit.